66 Prozent der Kaufkraft bleiben im Bezirk. Nach Oberwart und Eisenstadt liegt Bezirk an dritter Stelle bei Kaufkraft-Eigenbindung. Online-Handel als größter Konkurrent.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 30. November 2016 (04:25)
BVZ
Präsentierten die Kaufkraftanalyse für den Bezirk: Oberpullendorfs Bürgermeister Rudolf Geißler, Wirtschaftsbund-Organisationsreferent Alexander Kraill, Wirtschaftsbund-Bezirksobmann Herbert Baumrock und Georg Gumpinger von Consulting Gut &Co.

184 Millionen Euro umfasst die einzelhandelsspezifische Kaufkraft im Bezirk Oberpullendorf im Jahr 2016. Rund zwei Drittel davon, nämlich 66 Prozent, verbleiben in den Handelsbetrieben des Bezirks. Obwohl die Kaufkraft-Bindung seit der letzten Erhebung im Jahr 2009 damit um vier Prozent gesunken ist, ist der Anteil noch immer hoch.

Nach den Bezirken Oberwart und Eisenstadt-Umgebung (inkulsive Eisenstadt) liegt das Mittelburgenland an dritter Stelle bei der Kaufkraft-Eigenbindung. „Der eigene Bezirk steht zum Standort. Das hat mit den Aktivitäten im Einkaufsraum Oberpullendorf/Stoob zu tun.

Eine zunehmend wichtige Rolle spielt der Tourismus

Mehr als 50 Prozent der Kaufkraft aus den umliegenden Gemeinden fließt in den Einkaufsraum“ erklärt Georg Gumpinger von Consulting Gut &Co, das die Analyse anhand von 1.500 telefonischen Haushalts-Interviews durchgeführt hat. Vor allem bei mittelfristigen Bedarfsgütern umfasst das Einzugsgebiet neben dem eigenen Bezirk aber auch einige Gemeinden in angrenzenden Räumen. Eine zunehmend wichtige Rolle spielt der Tourismus sowie Gäste und Kunden aus Ungarn.

Laut Analyse sei die hohe Standort-Treue darauf zurückzuführen, dass viele Geschäfte noch eigentümergeprägt sind, eine kompetente Fachberatung bieten, es noch einen guten Mix gibt und zudem viele Aktivitäten am Standort zur Aktivierung von Kunden gemacht werden.

12 Millionen gehen an Online-Handel verloren

Größte Konkurrenten des Bezirks-Einzelhandels sind die Fachmarkt- und Einkaufszentren in Niederösterreich (6,7 Prozent der Bezirkskaufkraft) und Oberwart/Unterwart (6,3 Prozent) sowie der Internet-Handel (6,5 Prozent). Insgesamt fließen 69,1 Millionen Euro der Bezirkskaufkraft ab. „Der Online Handel knabbert extrem an der Kaufkraft. 2016 verliert der Bezirk zwölf Millionen Euro an den Online-Handel“, so Gumpinger.

Besonders stark werden Bücher und Schreibwaren, Bekleidung und Spielwaren sowie Elektroartikel online gekauft. Dennoch liegt das Mittelburgenland mit einem Einzelhandelsumsatz von 65,3 Millionen Euro im Einkaufsraum Oberpullendorf/Stoob in der Bezirkswertung relativ gut. „Der Slogan ‚Kauf daheim – denk regional“ ist wichtiger denn je.

Durch einen Einkauf im Bezirk sichern die Kunden die Nahversorgung, die Arbeitsplätze und die Lebensqualität“, so Wirtschaftsbund-Bezirksobmann Herbert Baumrock. Ziel des Wirtschaftsbundes ist es, das Bewusstsein nicht nur bei Kunden, sondern auch bei der Politik noch mehr zu schärfen, damit Maßnahmen wie Innenstadtförderungen, Kooperations- und Marketingunterstützung sowie strikte Raumplanungsgesetze gesetzt werden.