Bezirk: Drei Stichwahlen und eine Anfechtung

Ergebnis im Bezirk Oberpullendorf ähnlich wie 2012. Anzeige in Deutschkreutz, zweiter Wahlgang in Ritzing, Kobersdorf und Lutzmannsburg.

BVZ Redaktion Erstellt am 04. Oktober 2017 | 05:55
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Hoher Besuch: Auch Minister Hans Peter Doskozil machte sich im SPÖ-Bezrksbüro bei Vorsitzendem Norbert Darabos und Geschäftsführer Michael Kefeder ein Bild von der Lage im Bezirk Oberpullendorf.
Foto: Elisabeth Tritremmel

In drei Gemeinden des Bezirks wird am 29. Oktober der Bürgermeister ein zweites Mal gewählt.

Deutschkreutz: Wahlanfechtung im großen Stil?

In Lutzmannsburg muss der amtierende Bürgermeister Christian Rohrer (Aktive Dorfliste) – ihm fehlten nur zwei Stimmen – gegen Roman Kainrath von der SPÖ ins Rennen. In Ritzing treten die beiden neuen Spitzenkandidaten von SPÖ und ÖVP, Robert Trimmel und Ernst Horvath, gegeneinander an. In Kobersdorf heißt das Duell wie schon 2012 Klaus Schütz (SPÖ) gegen Martina Pauer (ÖVP).

In Deutschkreutz hat sich die ÖVP entschlossen, sowohl die Bürgermeister- als auch die Gemeinderatswahl anzufechten. Laut ÖVP-Aussendung steht der Verdacht der Wahlanfechtung im großen Stil im Raum.

Freude und Ernüchterung lagen am Sonntag in den Parteizentralen des Bezirks oft eng beieinander. In allen politischen Lagern gab es in einzelnen Gemeinden herausragende Erfolge zu feiern.

FPÖ hatte im Bezirk die höchsten Zugewinne

Vergleicht man das Bezirksergebnis mit dem von der Wahl 2012 so ist dieses annähernd gleich. Die SPÖ hält weiter bei 253 Mandaten in den Gemeinden des Bezirks. Stimmenmäßig erreichte man ein Plus von 0,3 Prozent. Die ÖVP verlor neun Mandate und erreichte um 1,1 Prozent Stimmen weniger als 2012. Die Grünen haben stimmenmäßig ein Plus von 0,3 Prozent zu verzeichnen und stellen weiterhin vier Gemeinderäte im Bezirk.

Bezirksweit die höchsten Zugewinne hatte die FPÖ zu verzeichnen. Diese gewann zu ihrem bestehenden Mandat sieben weitere und legte um 1,2 Prozent zu. „Das Ergebnis ist ein Wahnsinn. Wir haben mit sieben Mandaten gerechnet. Dass es acht Mandate geworden sind, ist noch schöner“, freute sich FPÖ-Bezirksgeschäftsführer Markus Kraly. „In manchen Gemeinden sind wir knapp am zweiten Mandat vorbeigerauscht. Aber jetzt sind wir in sechs Gemeinden im Bezirk vertreten. Wir haben unser Wahlziel erreicht.“

Sensation in Markt St. Martin: „Karall hat ÖVP zertrümmert“

Von einem hervorragenden Ergebnis global gesehen spricht auch SPÖ-Bezirksparteivorsitzender Norbert Darabos. Außer Mattersburg sei der Oberpullendorfer Bezirk der einzige mit einem Plus bei den Stimmen und beim Zuspruch für die Bürgermeisterkandidaten. Was ihn besonders freut, ist, dass der neue Spitzenkandidat in Mannersdorf, Johann Horvath, sogar noch zulegen konnte, die SPÖ in Lutzmannsburg von Platz drei auf eins gekommen ist und es in Neckenmarkt einen klaren Zugewinn von zwei Mandaten gegeben hat.

„Markt St. Martin ist ein Sensationsergebnis. Jürgen Karall hat die ÖVP zertrümmert. Das ist auch eine Sache, die für die Zukunft wichtig ist. Er hat auch Potenzial für andere Funktionen“, so Darabos. „Wermutstropfen ist, dass Horitschon verloren gegangen ist.“

Ganz anders sieht man das Horitschon-Ergebnis natürlich bei der ÖVP.

Gemeinderatswahl 2017 Oberpullendorf Burgenland Bezirksanalyse
Analysierten die Ergebnisse: ÖVP-Bezirksparteiobmann Niki Berlakovich mit Anna Frühwirth und Martina Wolfgeher im Bürgerbüro. Foto: Grabner
Michaela Grabner

„Besonders erfreulich ist der Gewinn des Bürgermeisters in Horitschon. Wir haben unser Ziel erreicht, dass die ÖVP in allen Gemeinden des Bezirks bestimmende Kraft bleibt und der Stand von 10 ÖVP-Bürgermeistern gehalten wird“, so ÖVP-Bezirksparteiobmann Niki Berlakovich. „Wenn wir bei den Stichwahlen in Ritzing oder Kobersdorf noch zulegen, hätten wir unsere Position ausgebaut.“

Bei der ÖVP freute man sich vor allem über die erfolgreiche Verteidigung von Bürgermeister und absoluter Mehrheit im Bezirksvorort und darüber, dass in Pilgersdorf und Frankenau der Vizeortschef gewonnen werden konnte.

Enttäuschung herrschte bei den Grünen. In Großwarasdorf ging ein Mandat wegen einiger weniger Stimmen verloren. „Erfreulich ist, dass Karin Parapatits in Weppersdorf en Einzug geschafft hat“, so Grünen-Bezirkssprecher Roland Lehner. „Schade finde ich, dass es Federica Hannel in Kobersdorf nicht geschafft hat.“

Hier findet ihr alle Ergebnisse der Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen 2017 im Bezirk Oberpullendorf auf einem Blick!