Cannabis verkauft: Neun Personen vor Gericht. Acht afghanische Staatsbürger und ein Mann aus dem Bezirk Oberpullendorf stehen wegen Drogenhandels vor Gericht.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 29. Dezember 2016 (05:00)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Cannabis
NOEN, Pixabay

Neun Angeklagte, acht von ihnen afghanische Staatsbürger, mussten sich vorige Woche wegen Drogenhandels vor Gericht verantworten. Einige der Angeklagten sind Asylwerber, die in einer Unterkunft im Bezirk aufhältig waren, bevor sie nach Wien übersiedelten. Dort sollen sechs der Angeklagten als kriminelle Organisation im Handel mit Cannabis tätig gewesen sein.

Den anderen Personen wird der Ankauf bzw. die Weitergabe von Cannabis vorgeworfen. Fünf der Angeklagten sollen die Drogen in großen Mengen über Nickelsdorf und Kittsee ins Land geschmuggelt haben. Einer der Angeklagten soll 69 Kilogramm Cannabis verkauft haben, ein anderer 18 Kilogramm. Geständig waren sie nur zum Teil.

Um 4.200 Euro Cannabis gekauft?

Dem ebenfalls angeklagten österreichischen Staatsbürger, der im Bezirk Oberpullendorf lebt, wird vorgeworfen, er habe zwischen 2012 und 2015 einen Kilogramm Cannabisblüten und 300 Gramm Kokain gekauft und davon den Großteil weitergegeben. Allein für das Cannabis soll er 4.200 Euro ausgegeben haben. Der Österreicher bestritt diese Vorwürfe.

Er habe nur zum Eigengebrauch eingekauft. Jener 22-jährige afghanische Asylwerber, der bei der polizeilichen Einvernahme zugegeben hatte, 69 Kilogramm Cannabis verkauft zu haben, bekannte sich vor Gericht nur zu einer viel geringeren Menge, nämlich zu fünf Kilogramm, schuldig.

Er habe, so behauptete der Angeklagte vor Gericht, vor der Aussage bei der Polizei selbst Drogen konsumiert und daher „die Nuancen“ nicht berücksichtigt. „Die Nuancen!“, ärgerte sich Richterin Birgit Falb. „Da liegen ja Welten dazwischen!“ Der Prozess wurde nach fast neunstündiger Verhandlung vertagt. Im Jänner wird weiterverhandelt.