Hundezüchterin wurden Tiere abgenommen

Eine Hundezüchterin wurde bereits zum zweiten Mal verurteilt, weil sie Tiere nicht artgerecht hielt.

Elisabeth Kirchmeir Erstellt am 30. Januar 2020 | 04:10
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Husky Hund Symbolbild
Foto: shutterstock.com/Seregraff

2017 war die heute 67-jährige Züchterin wegen schweren Betruges und Tierquälerei zu einer Geldstrafe und sechs Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Im Vorjahr fand die zuständige Amtstierärztin bei der Züchterin neuerlich Tiere in einem schlimmen Gesundheitszustand vor. Richterin Birgit Falb verurteilte die Hundezüchterin nun wegen Tierquälerei und Urkundenfälschung zu 960 Euro Geldstrafe und vier Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung.

Nach der Verurteilung 2017 war gegen die Züchterin ein Tierhalteverbot verhängt worden. Dennoch befanden sich am Anwesen der Frau im Bezirk Oberpullendorf weiterhin Hunde und andere Haustiere. Die Züchterin behauptete bei Begehungen durch die Bezirkshauptmannschaft, die Tiere befänden sich im Besitz ihres Ex-Gatten.

Bei zwei Begehungen im April 2018 und im Februar 2019 seien, so die als Zeugin befragte Amtstierärztin, die Zustände zwar unhygienisch gewesen, aber nicht so schlimm, dass man die Tiere abnehmen hätte müssen. „Am 4. April 2019 gab es Inserate mit der Telefonnummer der Angeklagten“, berichtete die Amtstierärztin über die im Vorjahr trotz Tierhalteverbots fortgesetzten Aktivitäten der Hundezüchterin.

Am 14. Mai 2019 führte die Amtstierärztin eine unangekündigte Kontrolle durch und nahm der Frau neun Hunde ab, die in einem dunklen, mit Exkrementen verunreinigten Raum gehalten wurden. Die Hunde seien in keinem guten Zustand gewesen.

Hunde, Katzen, Huhn & Co. kamen ins Tierheim

Eine neuerliche Kontrolle habe am 5. August 2019 stattgefunden. Wieder befanden sich Tiere am Anwesen der Züchterin. Acht Hunde, drei Katzen, neun Sittiche, drei Schildkröten und ein Huhn mit zwei Küken seien damals abgenommen und ins Tierheim gebracht worden, berichtete die Amtstierärztin.

Alle Tiere seien schlecht ernährt, die Hunde verwurmt und mangelhaft gepflegt gewesen. „Ich habe den Eindruck, dass trotz der Besuche durch die BH der Zustand der Tiere nicht verändert wurde“, hielt Staatsanwalt Anton Paukner der Frau vor. „Wenn Sie dazu nicht in der Lage sind, hätten Sie Ihre Tätigkeit beenden müssen.“

Verteidiger Johann Kuzmich plädierte auf Freispruch. Bei der angeklagten Tierquälerei handle es sich „um keinen Gerichtstatbestand“. Seine Mandantin habe die Tierhaltung jetzt endgültig aufgegeben.

„Ich kaufe wöchentlich um 150 Euro Tierfutter ein“, behauptete die Angeklagte in einer abschließenden Wortmeldung. „Soll ich das selber gefressen haben?“

Die Richterin sprach die Frau von zwei angeklagten Betrugsvorwürfen im Zusammenhang mit dem Verkauf von Hunden im Zweifel frei, sprach sie jedoch zur Tierquälerei und Urkundenfälschung schuldig. Die Frau habe neun Hunde unter desaströsen Bedingungen gehalten. Außerdem habe sie einen Hundeimpfpass verfälscht. Das Urteil lautete auf 960 Euro Geldstrafe (unbedingt) sowie vier Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung.