In der Hochzeitsnacht zum Sex gezwungen

Ein gebürtiger Tunesier soll seine tunesische Ehefrau schon in der Hochzeitsnacht zum Sex gezwungen haben.

Erstellt am 23. Mai 2019 | 03:00
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Vergewaltigung, Schläge und Freiheitsentzug: Der Angeklagte bescherte seiner Ehefrau ein Martyrium.
Foto: NOEN, Symbolfoto: Klahan/Shutter-stock.com

Ein 49-jähriger gebürtiger Tunesier mit österreichischer Staatsbürgerschaft soll seine um mehr als 20 Jahre jüngere Frau seit der Hochzeitsnacht im Jahr 2013 mehrfach vergewaltigt haben.

Vor Gericht sagte der Mann, diese Vorwürfe seien alle erfunden. Von seiner tunesischen Ehefrau, mit der er zwei kleine Kinder hat, ist er mittlerweile geschieden.

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Der Angeklagte hatte 1995 in seiner Heimat eine etwas ältere Österreicherin kennengelernt. Er übersiedelte nach Österreich und heiratete 1996 diese Frau. Diese Ehe blieb allerdings kinderlos und wurde im Jahr 2012 geschieden.

In Tunesien heiratete der Angeklagte daraufhin 2013 die Tochter seines Cousins. „Wir verstanden uns gut, und es hieß, ich liebe dich, und so weiter und sofort“, berichtete er vor Gericht. Bereits in der Hochzeitsnacht soll er die junge Frau zum Sex gezwungen, sie gewürgt und an den Haaren gerissen haben.

Weitere Übergriffe sollen stattgefunden haben, nachdem die Tunesierin zu ihrem Mann in den Bezirk Oberpullendorf gezogen war. Bei zwei Vergewaltigungen soll er ihr den Mund so fest zugehalten haben, dass die Frau das Bewusstsein verlor. Teilweise sei er bei den Übergriffen stark alkoholisiert gewesen.

Angeklagter bezweifelte seine Vaterschaft

Zwei Kinder kamen zur Welt. Der Angeklagte bezweifelte die Vaterschaft, nachdem ein Urologe ihm mitgeteilt hatte, dass er gar nicht zeugungsfähig sei. Ein Test bestätigte dann jedoch eindeutig seine Vaterschaft. Die tunesische Ehegattin reiste zunächst zu ihren Eltern, kehrte dann aber ins Burgenland zurück und verbrachte 2016 fast das ganze Jahr im Frauenhaus.

Damals sprach sie zwar von fortgesetzter Gewaltausübung in der Ehe, nicht jedoch von Vergewaltigungen. Sie habe sich aufgrund ihrer Religion, ihrer Kultur und ihrer Familie zu sehr geschämt, um über die sexuellen Übergriffe zu sprechen, so die Frau.

Zur Anzeige wegen der angeblichen Vergewaltigungen kam es erst im November 2018 auf Betreiben eines Bekannten, dem gegenüber die Tunesierin ihr Herz ausgeschüttet hatte. „Diese Frau ist keine gute Ehefrau“, beklagte sich der 49-Jährige. Seine Ex-Gattin sei über Facebook mit anderen Männern in Kontakt. Jetzt lebe er, so der Angeklagte, wieder mit seiner ersten Frau zusammen. Der Prozess wurde auf Anfang Juli vertagt. Die Ex-Gattin möchte selbst vor Gericht aussagen.