Insolvenzen stiegen an

Auch im Bezirk Oberpullendorf gab es im Vergleich zum ersten Quartal 2018 mehr Fälle als 2017.

Erstellt am 03. Mai 2018 | 11:15
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Armut Insolvenz Symbolbild
Entwicklung der Insolvenzen. Die Unternehmens- und Privatinsolvenzen stiegen im Vergleich zum 1. Quartal 2017 sowohl österreich- als auch burgenlandweit.
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Im ersten Quartal des laufenden Jahres gab es eine deutliche Steigerung der Insolvenzen – sowohl im Privat- als auch im Unternehmensbereich. Gab es im gleichen Zeitraum des Jahres 2017 nur drei Unternehmensinsolvenzen, so waren es 2018 elf.

„Im Bezirk Oberpullendorf waren die Branchen Transportwesen, Gastronomie und Bauwesen am meisten betroffen."Creditreform-Geschäftsführer Gerhard Weinhofer

Creditreform-Geschäftsführer Gerhard Weinhofer führt dazu auf Anfrage der BVZ aus: „Im Bezirk Oberpullendorf waren die Branchen Transportwesen, Gastronomie und Bauwesen am meisten betroffen. Die Ursachen liegen unter anderem bei Fehlern der Geschäftsführungen, die gewisse Entwicklungen nicht vorgesehen haben und auch am Wettbewerbsdruck.“

Auch burgenland- und österreichweit gab es eine Steigerung. Hier sei nach einem Tiefstand im Vorjahr eine Trendumkehr erkennbar.

Insolvenzen Oberpullendorf
Österreichischer Verband Creditreform; Foto: lzf/shutterstock.com; Grafik: Bischof

Österreichweit sind Firmeninsolvenzen in den ersten drei Monaten dieses Jahres um 2,8 Prozent auf über 1.400 Verfahren gestiegen. Rund 18.000 Gläubiger mit 450 Millionen Euro Forderungen waren betroffen. Die größten Zuwächse an Insolvenzen verzeichnete dabei das Burgenland mit einem Plus von etwas mehr als 43 Prozent.

Reform bei Insolvenzen sorgt für Anstieg

Auch bei den Privatinsolvenzen gab es einen Anstieg. Im Mittelburgenland verzeichnete man im ersten Quartal 2017 vier, im ersten Quartal 2018 elf Privatinsolvenzen. Im ganzen Burgenland gab es 49 mehr solche Fälle (insgesamt 74), dies ist im Bundesländer-Vergleich der höchste Zuwachs, nämlich 56 Prozent. Österreichweit verzeichnete man einen Anstieg um 1.113 Fälle (insgesamt 3.109).

Grund für den rasanten Anstieg sei die Reform der Privatinsolvenz im vergangenen Herbst – diese habe dazu geführt, dass Schuldner ihre Insolvenzanträge bewusst zurückgehalten hätten, „um nun in den Genuss einer schnelleren und billigeren Entschuldung zu gelangen“, erklärt Weinhofer. Der „erwartete Insolvenztsunami“ sei eingetreten, heißt es.

Es sei zu erwarten, dass 2018 das Jahr mit den meisten Privatinsolvenzen seit Einführung des Privatkonkurses 1995 sein werde, führt Gerhard Weinhofer aus.