Knappheit droht: Rekordverbrauch bei Trinkwasser. Im Juni verzeichnete der Wasser- und Abwasserverband Lockenhaus und Umgebung nie dagewesene Tagesspitzen beim Wasserverbrauch.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 26. Juni 2019 (04:33)
Symbolbild
EVN Rumpler

Mit dem Appell Trinkwasser zu sparen hat sich der Wasser- und Abwasserverband Lockenhaus und Umgebung (WAVL) an die rund 4.200 Haushalte in seinem Versorgungsgebiet gewandt. „Die derzeit angespannte Situation zwingt uns zu Sparmaßnahmen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten“, heißt es vom WAVL.

Der trockene Herbst und Frühling und der schneearme Winter haben zu einem erheblichen Rückgang der Quellschüttungen geführt. Gleichzeitig ist man mit einem Rekordverbrauch konfrontiert. So lag laut Obmann Ernst Dorner der durchschnittliche Tagesverbrauch im Juni um etwa 40 Prozent über jenem vom Juni 2018 und etwa um 30 Prozent über dem durchschnittlichen Tagesverbrauch des Sommers 2018 (Mai bis August).

Wasserverband ruft zu Sparmaßnahmen auf

„Der Mai 2018 war aber deutlich sommerlicher als 2019, das heißt Poolbefüllungen haben sich 2019 sicher nach hinten verlagert. Wir hatten im Juni 2019 noch nie da gewesene Tagesspitzen mit einer zweieinhalbfachen Steigerung gegenüber einem durchschnittlichen Tagesverbrauch im Herbst bzw. Winter“, erklärt Dorner.

Seitens des WAVL wird von der Verwendung von Trinkwasser für volumenintensive Bewässerung von Rasen- und Gartenflächen dringend abgeraten. „Rasensprenger und automatische Bewässerungen benötigen bis zu 1.000 Liter Wasser pro Stunde, was sehr viel ist, und sollten nur in Ausnahmefällen und sehr sparsam verwendet werden, und schon gar nicht 24 Stunden lang laufen. Tägliches Gießen von Hecken, Sträuchern, Thujen und Bäumen ist nicht nötig, sondern sogar kontraproduktiv.“ Man empfiehlt für die Gartenbewässerung Hausbrunnen zu forcieren.

„Wir denken, dass der Höhepunkt der Poolbefüllungen vorüber ist und die erste und sogleich sehr intensive und langandauernde Hitzewelle nach dem kalten Mai natürlich sehr verbrauchsfördernd gewirkt hat. Auch wenn uns noch ein langer Sommer bevorsteht, dieses hohe Verbrauchsvolumen wird unser Meinung nach nicht gehalten werden“, so Dorner. „Ein sorgsamer Umgang mit dem Trinkwasser sollte aber das gesamte Jahr Standard sein. Mit unserem Schreiben wollten wir Bewusstsein schaffen, dass auch bei uns die Ressource Wasser nicht unbegrenzt vorhanden ist.“

Eine Million Euro für Sanierungen

Für eine sichere Versorgung investiert der WAVL heuer rund eine Million Euro. Der Großteil fließt in die Sanierung der Ortsnetze, Transportleitungen, Hochbehälter und Quellen. Schwerpunktmäßig werden Teile des Ortsnetzes Rattersdorf und Steinberg gemeinsam mit den Kanalbauprojekten der Gemeinden saniert. Bei der Transportleitung Liebing-Mannersdorf wurden heuer schon 1.200 Laufmeter in Eigenregie saniert.