Plantage: Noch ein Verdächtiger vor Gericht

Erstellt am 16. Februar 2022 | 04:26
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Gericht Prozess Hintergrund Symbolbild
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Foto: NP27/Shutterstock.com
Im Prozess rund um eine professionell betriebene Cannabisplantage im Bezirk Oberpullendorf steht ein weiterer Mann vor Gericht.
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Eine international tätige Organisation soll hinter einer Drogenplantage stecken, die im Frühjahr 2021 in einem Haus im Bezirk Oberpullendorf betrieben wurde.

Über den vom FBI in kriminelle Kreise eingeschleusten Krypto-Messengerdienst „Anon“ erhielt die österreichische Kriminalpolizei Kenntnis vom Drogenanbau im Bezirk Oberpullendorf. Im Juni 2021 fand eine Hausdurchsuchung statt, drei Männer wurden verhaftet.

Zwei von ihnen, die als „Gärtner“ tätig waren, wurden Ende 2021 verurteilt. Der Prozess gegen den 41-jährigen Hauptangeklagten sollte vorige Woche fortgesetzt werden. An seiner Seite saß diesmal ein weiterer Verdächtiger, gegen den im Zuge der Ermittlungen ebenfalls Untersuchungshaft verhängt worden war.

Der 41-Jährige wurde nach wenigen Minuten zurück in die Justizanstalt gebracht: Er hatte seinem Verteidiger die Vollmacht entzogen, „weil ich nicht zufrieden bin“, so der Angeklagte.

Er werde sich so schnell wie möglich um einen neuen Rechtsanwalt kümmern. Richterin Karin Knöchl wies darauf hin, dass ohne Verteidiger gegen den Hauptangeklagten nicht verhandelt werden könne. „Ich weiß, dass es eine Zeit braucht, bis sich der neue Anwalt eingelesen hat, und ich weiß, dass es meine Zeit ist“, gab der Angeklagte bekannt. Der neu in diesem Fall angeklagte 33-jährige gebürtige Serbe mit Wohnsitz in Wien bekannte sich nicht schuldig.

Er steht im Verdacht, in der Drogenorganisation tätig gewesen zu sein. Der Deckname des Mannes soll „Kum“ gelautet haben, das ist die serbische Bezeichnung für „Pate“. „Der hier sitzende Angeklagte ist nicht dieser Kum“, sagte dazu dessen Verteidiger. Sein Klient sei vielmehr der Patenonkel des Sohnes des Hauptangeklagten. „Damit sind wir eigentlich schon fertig“, meinte der Verteidiger.

Trotzdem führte er noch weiter aus, dass sein Mandant Ende Mai 2021 zweimal bei der Cannabisplantage im Bezirk Oberpullendorf gewesen sei: „Aber nicht drin, sondern davor.“

Der Hauptangeklagte soll den 33-jährigen Freund gebeten nachzuschauen, ob alles in Ordnung sei. Dieser habe bei dem Kontrollbesuch festgestellt, dass alle Fenster verschlossen waren und kein Feuerwehreinsatz im Gange war. Bei seiner zweiten Fahrt zur Drogenplantage habe sein Mandant eine Person zu der Plantage gebracht, so der Verteidiger. Der Prozess wurde vertagt.

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