Politik jugendgerecht serviert: Raus aus Meinungsblasen. Verein PolEdu will vor allem Schüler zum Diskurs einladen und Politik für Jugendliche transparent machen.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 17. Mai 2020 (06:20)
Eine von vielen PolEDU-Veranstaltungen. Im Dezember diskutierte Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein bei PolEdu mit Christian Pöltl und Pascal Günsberg und über 130 Politikinteressierten, darunter 85 Schüler aus 19 Schulen aus Wien, Niederösterreich und Burgenland.
Joseph Estl Pictures

„Warum ist Gedenkkultur wichtig?“, „Frauen an die Macht? Frauenrechte in Österreich“ oder „Welche Auswirkungen hat die Corona-Krise auf Österreichs Wirtschaft?“ – solchen Fragen zu aktuellen Themen geht der Verein PolEdu mehrmals pro Woche in der PolEdu-Unterrichtsstunde in interaktiven Einheiten via Youtube-Livestream nach. PolEdu ist ein junger, unabhängiger, innovativer Verein im Rahmen der politischen Bildung, den der Steinberer Christian Pöltl gegründet hat und den er gemeinsam mit Pascal Günsberg aus Wien führt. Aus dem Bezirk arbeite auch Olivia und Fabian Schweiger, Kira Portius, Michael Schmidt, Philip Schattovits und Joseph Estl im Verein mit.

Seit Beginn der Corona-Krise setzt man auf ein breites digitales Angebot. Dazu gehört auch eine digitale Sportstunde der aus Oberpullendorf stammenden Olivia Schweiger, die mit ihrem PolEdu-Quarantraining den Jugendlichen ein Angebot zur sportlichen Betätigung ins Wohnzimmer bzw. in den Garten liefert. „Mit unseren Unterrichtseinheiten erreichten wir auf unserem Kanal „PolEdu Media“ auf Youtube sowie über unsere sozialen Netzwerke tausende SchülerInnen täglich – auch im Burgenland“, schildert Pöltl.

Zusätzlich werden einmal pro Woche Erklärungsvideos erstellt, bei welchen Fragen wie „Wer bestimmt den Preis des Erdöls“ oder „Wie finanzieren sich Österreichs Medien?“ jugendgerecht aufbereitet werden.

Das PolEdu-Credo heißt „Miteinander Reden“, da man individuelle Meinungsblasen aufbrechen, die Leute zum Diskurs einladen und für Transparenz zwischen politischen Playern und Zivilgesellschaft sorgen will. „Um dies trotz der Corona-bedingten Einschränkungen adäquat umsetzen zu können, haben wir eine breite Palette an digitalen Diskussionsformaten wie unseren ExpertInneninterviews, wo wir etwa Peter Filzmaier, Tobias Pötzelsberger, Tarek Leitner und Karin Kneissl interviewten, oder unserem digitalen PolEdu-Stammtisch entwickelt“, so Pöltl. „Wir haben den Anspruch mit unseren Themen am Puls der Zeit zu sein und mit unseren Formaten innovativ zu bleiben – Ideen sollen Raum zur Umsetzung erhalten.“

Möglichst bald soll das Pol-Edu-Werk auch im realen Raum wieder anlaufen. So gibt es für die Nach-Corona-Zeit bereits Zusagen diverser hochkarätiger Gäste wie Ex-NEOS-Chef Matthias Strolz oder Umweltministerin Leonore Gewessler (Die Grünen). „Wir wollen jede Bürgerin und jeden Bürger Österreichs einladen, Teil von PolEdu zu werden: Konsumieren, diskutieren, partizipieren und mitgestalten – wir verstehen uns als offene, wachsende Community“, erläutert Pöltl.

Veranstaltungen und Workshops ausweiten

Für nächstes Jahr ist eine Ausweitung der PolEdu-Veranstaltungs- und Workshop-Angebote auf ganz Österreich geplant. So wird PolEdu auch mit Veranstaltungen ins Burgenland kommen und das breite, interaktive Workshopangebot für burgenländische Schulen weiter öffnen – das Gymnasium Oberpullendorf partizipierte etwa schon am PolEdu-Format „Stadiondebatte“, wo im Stadion des Basketball-Klubs Vienna Timberwolves Sport und Politische Bildung diskursiv verknüpft wurde.

„Wir wollen die Anlaufstelle Nummer 1 für Österreichs Jugendliche im Rahmen der politischen Bildung sein“, so Pöltl.