Sozialdienst wegen Verhetzung

25-jährige Frau bekräftigte auf Telegram antisemitisches Posting: 180 Stunden gemeinnützige Leistungen.

Erstellt am 25. Dezember 2021 | 06:43
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Gericht Symbolbild
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Foto: APA (Symbolbild)

Eine 25-jährige Frau aus dem Bezirk hatte beim Messengerdienst „Telegram“ an der Gruppe „Österreich steht auf“ teilgenommen. Am 17. April ließ dort ein User in einem Posting wissen: „Der Jude ist der Feind…“ Die 25-Jährige, die als Landwirtin ihren Lebensunterhalt verdient, kommentierte diese Bemerkung mit den Worten: „Das ist nun mal Fakt.“ Daraufhin wurde sie wegen Verhetzung angezeigt.

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Die Staatsanwaltschaft bot ihr eine Diversion mit einer Geldbuße an. Die Landwirtin, die von einem geringen Einkommen leben muss, konnte diese jedoch nicht bezahlen, weshalb sie sich am Montag dieser Woche vor Richterin Doris Halper-Praunias verantworten musste. Wegen des Postings habe sie „eh noch ein schlechtes Gewissen“, sagte die Angeklagte. Sie sei mit Juden aufgewachsen und habe keine rassistischen Tendenzen. Damals im April sei sie jedoch verzweifelt gewesen. „Ich hatte meinen Job verloren und war pleite“, sagte die Frau. „Was denkt man sich, wenn man unter so ein Posting schreibt: Das ist Fakt?“, fragte die Richterin. „Das war blöd von mir“, gab die Angeklagte zu. Sie habe die „Zionisten“ gemeint und nicht „irgendwelche Juden im zweiten Bezirk“. Die Richterin bot ihr eine Diversion mit gemeinnützigen Leistungen im Ausmaß von 180 Stunden an. Außerdem muss die Frau 150 Euro Prozesskosten bezahlen. Diesen Betrag darf sie aufgrund ihrer schwierigen finanziellen Situation in Monatsraten abstottern.