Kery-Preise für elf herausragende Projekte. Auf Burg Lockenhaus zeichnete die „Burgenland-Stiftung Theodor Kery“ die heurigen Preisträger aus. Insgesamt wurden 23.000 Euro Preisgelder ausgeschüttet.

Von Michaela Grabner. Erstellt am 09. September 2020 (11:29)

670 Persönlichkeiten wurden bereits von der „Burgenland-Stiftung Theodor Kery“ für besondere Leistungen fürs Burgenland ausgezeichnet. Seit der Gründung der Stiftung im Jahr 1976 wurden Preise in einer Gesamthöhe von rund 2,8 Millionen Euro ausgeschüttet.

Die Preisträger des heurigen Jahres wurden am Dienstag bei einem Festakt auf Burg Lockenhaus geehrt. 23.000 Euro wurden für elf herausragende Projekte verliehen. „Es gibt viele Menschen im Burgenland, die für die Gesellschaft mehr leisten, als man von ihnen erwartet. Ich bedanke mich, dass Sie sich über das normale Maß engagieren“, dankte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil den Preisträgern, die er gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden der Stiftung, Michael Gerbavsits, auszeichnete.

Für sein umfangreiches Lebenswerk wurde Historiker Walter Dujmovits geehrt, der als erster die Amerika-Auswanderung der Burgenländer wissenschaftlich aufgearbeitet hat. Außerdem leitet er seit 32 Jahren die „Burgenländische Gemeinschaft“ und wird von vielen als begnadeter Erzähler von hianzischen Mundart-Anekdoten geschätzt.

Der „Eugen Horvath-Wirtschaftspreis“ ging an die Pflegezentrum Raiding Franz Drescher gemeinnützige GmbH. 1993 hatte Franz Drescher sen. das erste private Pflegeheim im Land gegründet, heute ist das Pflegezentrum Raiding für 64 Menschen ein zweites Zuhause. Und in Neutal wird ein weiteres Pflegezentrum aufgebaut. „Diese Institution punktet nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht, sondern steht auch für soziale Kompetenz und Menschlichkeit“, heißt es in der Stellungnahme des wissenschaftlichen Beirats.

Im Bereich Geisteswissenschaft wurde Martin Krenn für seine Forschungen bezüglich eines bisher kaum bekannten Details eines Kurzbesuchs Hitlers im Burgenland ausgezeichnet, im Bereich Kultur Organistin Ulrike Theresia Wegele-Kefer für ihre „Orgelschule mit Hand und Fuß“. Ein weiterer Preis im Bereich Kultur ging an  den Kulturverein Bunfire Union, der mit dem One Love Festival versucht, das größte Reggae-Festival Österreichs in Wiesen aufzubauen.

Förderungspreise erhielten der Bildhauer Rudolf Pinter, der in seinem Atelier in Siegendorf Holzfiguren in Lebensgröße und darüber hinaus schnitzt sowie der Psychosoziale Dienst für sein  Buchprojekt „Jeder Mensch hat eine Geschichte...“, das mutige und kreative Texte von persönlichen Klienten-Geschichten vereinen soll. In der Kategorie Wirtschafts- und Sozialwissenschaft wurde Christian Pfeiffer ausgezeichnet, der sich mit dem Thema Wohnen beschäftigt und dazu eine Bedarfs- und Anforderungsanalyse für Unterkünfte an burgenländischen Hochschulstandorten durchgeführt hat.

Gleich drei Preise gingen heuer an Sportler bzw. Sportvereine. So wurde der LTC Seewinkel für seine Arbeit für die bewegungsfreudigen Menschen in der Region ebenso gefördert wie der Verein für brasilianische Kultur, Bewegung und Sport – Capoeira. Dieser bietet mittlerweile an fünf Standorten im Burgenland diesen Kampftanz für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an. Bei der Erfüllung seines Traums von Olympia greift die Kery-Stiftung schließlich Badminton-Spitzenathlet Luka Wraber finanziell unter die Arme.