Lockenhauser Autor veröffentlichte ersten Krimi. Friedrich Schnalzer, Autor der Kinderbuchreihe „Graf Lockenkopf“, hat nun seinen ersten Krimi herausgebracht.

Von Michaela Grabner. Erstellt am 31. Juli 2020 (04:45)
Krimi-Debüt. Der Lockenhauser Friedrich Schnalzer ist nicht nur passionierter Musiker, Komponist und Texter sowie Hauswart in der Hilfswerk Seniorenpenion, sondern seit einigen Jahren auch Autor. Nun ist sein erstes Buch für Erwachsene, der Krimi „4 Elemente – ein elementarer Fall für Major Markus Muster“, herausgekommen.
Ribarits

2015 ist unter dem Pseudonym Friedrich Felix Friedrich Schnalzers erstes Kinderbuch „Graf Lockenkopf und seine Freunde“ im Verlag Wortweit erschienen. Nun hat der Lockenhauser sein erstes Buch für Erwachsene herausgebracht.

BVZ: Sie haben diesen Krimi schon vor Jahren geschrieben, aber lange keinen Verlag dafür gefunden. Wie ist die Veröffentlichung nun doch geglückt?

Friedrich Schnalzer: Das stimmt, ich habe den Krimi bereits 2006 geschrieben, also noch vor den Graf Lockenkopf-Geschichten. Damals habe ich fast 40 Verlage im deutschsprachigen Raum angeschrieben. Aber um einen Krimi bei einem großen Verlag zu veröffentlichen, braucht man sehr viel Glück. Die Verlage bekommen jeden Tag mehrere Manuskripte geschickt, verlegen aber pro Jahr nur wenige, neue Autoren. Danach ist der Text in der Schublade verschwunden. Erst im November 2018 hab ich den Krimi wieder ausgepackt. Bei der Buchmesse in Wien hatte ich so viele österreichische Krimis gesehen, dass ich beschlossen habe, es noch einmal zu versuchen. Der Markt ist aber noch umkämpfter geworden. Erst wollte ich das Buch als e-book herausgeben, habe mich aber dann doch entschlossen, im Eigenverlag, ein gebundenes Buch zu produzieren. Dieses liegt bei Buchwelten in Dörfl auf (www.buchwelten.at).

BVZ: Wie ist die Idee zum Krimi entstanden und worum geht es?

Schnalzer: Mein Krimi spielt in Wien. Der Protagonist ist Major Markus Muster, der Chef der neu gegründeten „Abteilung für interkulturelle Verständigung“, ein gebürtiger Burgenländer. Mit einer bunt zusammengewürfelten Truppe von Außenseitern und „Spezialisten“ aus allen Winkeln der Wiener Polizei ermittelt er im Wiener Künstlermilieu. Gemeinsam machen sie sich auf, einen bizarren Fall zu lösen, in den sich der sympathische Major Muster auch privat immer mehr verstrickt. Dabei haben sie mit brütender Sommerhitze, der Bürokratie und der Politik zu kämpfen. Ich habe zehn Jahre als Restaurator gearbeitet und dabei viele Künstler kennengelernt. Dieser Einblick in die Künstlerszene hat mich zu der Idee inspiriert. Ich habe in die Geschichte aber auch viele andere Erfahrungen meines Lebens verpackt, vom Trinkverhalten junger Burgenländer bis zu meinem Kontakt mit afrikanischen Trommellehrern.

BVZ: Die Graf Lockenkopf-Serie ist ja in relativ kurzer Zeit auf mittlerweile vier Bände angewachsen. Wird es schon bald auch einen zweiten Krimi geben?

Schnalzer: Die Idee zum zweiten Buch habe ich schon. Und ich habe auch schon begonnen zu schreiben. Wann die Geschichte fertig wird, kann ich noch nicht sagen. Ich muss dafür noch einiges recherchieren und habe ja auch noch andere Projekte am Laufen. Weitere zwölf Jahre wird es aber nicht dauern. An Ideen mangelt es mir nicht. Oft ist es nur eine Situation oder ein Bild, das den Samen zu einer neuen Geschichte bildet. Im Kopf spinne ich dann die Handlung weiter und schon habe ich die Idee einer Geschichte. Um sie dann zu Papier zu bringen, braucht es allerdings Ruhe und Zeit.

BVZ: Bislang haben Sie ja ausschließlich Kinderbücher veröffentlicht. Worin unterscheidet sich das Schreiben für Kinder und Erwachsene?

Schnalzer: Ich schreibe meine Texte meist in einem Fluss, das ist für mich so, als ob ich die Geschichte erzähle. Und einem Kind erzähle ich eine Geschichte anders als einem Erwachsenen. Mehr Gedanken mache ich mir darüber nicht. Bis jetzt hat das immer gut funktioniert.

BVZ: Wie geht es mit Graf Lockenkopf weiter? Wann darf man sich auf einen fünften Band freuen?

Schnalzer: Anfang August kommt, in Zusammenarbeit mit dem kroatischen Kulturverein HKD, die Übersetzung des ersten Bandes ins Burgenlandkroatische aus der Druckerei. Und Anfang Oktober kommt das neue Wortweit WeihnachtsWunderWelt Buch auf den Markt, wo wieder verschiedene Autoren des Verlag jeweils eine Weihnachtsgeschichte geschrieben haben. Darin findet sich eine Lockenkopf-Geschichte, die ich mit meiner Tochter geschrieben habe. Die Geschichten zum fünften Band sind im Entstehen. Wann der erscheinen wird, ist aber noch nicht klar.