Einstimmig für Photovoltaik

Gemeinderat in Deutschkreutz stimmte Vertrag für Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden und Prüfung von Eignungszone auf Freiflächen zu. Grüne des Bezirks üben Kritik.

Erstellt am 11. Juni 2021 | 04:51
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Sind gegen den Verbau von Freiflächen in Deutschkreutz. Die Grünen des Bezirks, im Bild stellvertretende Bezirkssprecherin der Grünen, Federica Hannel, Sabrina Schremser und Gerhard Wohlmuth.
Foto: Grüne Oberpullendorf, Grüne Oberpullendorf

Der Gemeinderat befasste sich bei seiner vergangenen Sitzung mit dem Punkt „Photovoltaikanlage auf Dächern öffentlicher Gebäude – Genossenschaftsvertrag, Übernahme von Anteilen und Kosten“.

Bauausschuss-Obmann Hans Werner Wild (SPÖ) erläuterte den Gemeinderäten den aktuellen Stand des Projekts: „Es wurde eine Genossenschaft zwischen der Gemeinde (26 Prozent), der Firma PVI aus Kärnten (26 Prozent) und fünf weiteren Teilhabern gegründet. Die Kosten für das Projekt betragen rund 550.000 Euro. Diese werden von den Beteiligten vorfinanziert. Außerdem haben wir eine Zusage für eine Förderung von 14 Prozent erhalten“.

Das Projekt, bei dem Photovoltaik-Anlagen auf allen öffentlichen Gebäuden errichtet werden (die BVZ berichtete) wird gegen Ende des Sommers realisiert. „Die Gemeinde erhält sieben Prozent des erzeugten Stroms für die Vermietung der Dächer. Sollte dieser nicht gänzlich genützt werden, erhalten wir eine Vergütung. Bei Mehrbedarf gibt es die Möglichkeit für einen vergünstigten Zukauf“, so Wild. Bürger haben außerdem die Möglichkeit, sich bei dem Projekt mit einem Anteil zwischen 500 und 10.000 Euro zu beteiligen. Der Gemeinderat stimmte dem Projekt einstimmig zu.

Gemeinderat stimmte auch Flächenprüfung zu

Ein weiterer Punkt auf der Sitzung war ein Grundsatzbeschluss für eine Eignungszone für Photovoltaikanlagen auf Freiflächen. Das Land Burgenland möchte mit der Errichtung von Photovoltaikanlagen auf 1.300 Hektar Fläche bis 2030 eine Verzehnfachung der Stromerzeugung durch Photovoltaik erreichen. Ein Teil davon soll in Deutschkreutz errichtet werden. „Die Errichtung von Photovoltaikanlagen auf Freiflächen ist nur in bestimmten Eignungszonen möglich. Diese werden vom Land ausgewiesen. Damit geprüft werden kann, ob die jeweilige Fläche geeignet ist, benötigt es einen Grundsatzbeschluss des Gemeinderates“, erklärte Bürgermeister Manfred Kölly. Der Gemeinderat stimmte nach einer Diskussion betreffend der vorgesehenen Flächen einem Grundsatzbeschluss für die Prüfung der Flächen unter den Windrädern und im Bereich der alten Deponie zu.

Grüne gegen Verbauung von Freiflächen

Laut Grüne Oberpullendorf sieht die Landesregierung in Deutschkreutz eine Eignungszone für Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen auf 37 Hektar vor. „Die Hälfte von diesen 37 Hektar ist schon alleine deswegen nicht geeignet, weil sie zu nahe am Wald und am Frauenbrunnbach liegt. Einerseits wären damit Wildwechsel nicht mehr möglich und andererseits ist das Gebiet wertvoller Lebensraum für viele Wiesenbrüter wie Feldlerche, Wachtel und Kiebitz, der noch dazu auf der roten Liste der gefährdeten Arten steht“, stellt Federica Hannel, die stellvertretende Bezirkssprecherin der Grünen Oberpullendorf, fest.

Von den verbleibenden zirka 18 Hektar seien laut Grüne knappe 40 Prozent wiederum hochwertige Ackerfläche, die für die regionale Landwirtschaft benötigt werden. Die Grünen fordern daher, „zuerst die Dächer und bereits versiegelten Flächen zu nutzen, statt den Ackerboden zu vernichten. Im Gewerbegebiet im Norden gäbe es fünf Hektar an Dachfläche, drei Hektar könne man am Parkplatz rund um den Bahnhof für Solarstrom nutzen. Diese Flächen sind bereits belastet und man kann dort – weil die Paneele dichter aufgestellt werden können, auch die vierfache Stromleistung erreichen“, meint Federica Hannel.