Hitler-Gruß unter Alkoholeinfluss: „Tut mir sehr leid!“

Deutschkreutzer Gemeinderat wurde wegen Nötigung und Wiederbetätigung angezeigt. Verfahren teils eingestellt.

BVZ Redaktion Erstellt am 20. Februar 2017 | 12:26
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9 Jahre Freiheitsstrafe für den Überfall am Stephansplatz
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Foto: APA

„Ich bin mir bewusst, dass das ein Blödsinn war. Ich hatte zuviel Alkohol konsumiert und wusste anscheinend nicht mehr genau, was ich tat“, bereut LBL-Gemeinderat Christopher Hofer einen Vorfall, der zur Anzeige gebracht wurde.

Nach der Geburtstagsfeier seines Großvaters kam es vor dessen Haus zu einer Begegnung mit einer Frau und ihrem Sohn, die einen Spaziergang machten und sich die vor dem Haus platzierte ausgestopfte Puppe mit Glückwünschen näher ansahen. Diese erstatteten tags darauf Anzeige über eine Nötigung und eine Wiederbetätigung nach dem Verbotsgesetz.

„Kann ich mir heute selbst nicht mehr erklären“

Demnach soll sich Hofer den beiden Spaziergängern in den Weg gestellt und diese so am Weitergehen gehindert haben bzw. diese in Angst versetzt haben. Außerdem soll er mehrmals den Hitler-Gruß wiederholt und dazu ‚Heil Hitler“ gerufen haben.

„Ich habe mit nationalsozialistischen Gedanken und Ideologien nichts zu tun und heiße diese auch nicht gut. Wie ich auf den Blödsinn mit dem ‚Hitler Gruß“ gekommen bin, kann ich mir heute selbst nicht mehr erklären“, so Hofer schon bei der Einvernahme durch die Polizei am Tag darauf. Und er gab weiter zu Protokoll: „Es tut mir sehr leid, dass ich die beiden Personen erschreckt habe und ich möchte mich bei ihnen entschuldigen.“

Laut Staatsanwaltschaft wurde das Verfahren betreffend Wiederbetätigung eingestellt. Es wird zu diesem Vorwurf zu keiner Anklage kommen. Betreffend der Nötigung werde eine Diversion angestrebt.

Aufgrund der Verfahrens-Einstellung seitens der Staatsanwaltschaft sieht auch LBL-Bürgermeister Manfred Kölly keinen Handlungsbedarf mehr in dieser Angelegenheit. Es habe ein Gespräch zwischen Hofer und ihm gegeben. „Er hat eingesehen, dass das ein Blödsinn war“, so Kölly. „So etwas gehört nicht ins Repertoire eines Gemeinderats und darf nicht mehr vorkommen.“