Johann Höttinger: Retter auf "sechs Beinen". Johann Höttinger ist unter anderem Staffelkommandant der Rettungshundestaffel Burgenland und holte mit seinem Finn den Staatsmeistertitel.

Von Kim Roznyak. Erstellt am 10. April 2019 (04:19)
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Ein perfekt eingespieltes Team. Johann Höttinger mit seinen beiden Rüden Fumé und Finn.
Roznyak

Dass der beste Freund des Menschen ein Hund sein kann, beweist Johann Höttinger mit seinen beiden Golden Retriever-Rüden Fumé und Finn. Höttinger ist passionierter Staffelkommandant der Rettungshundestaffel Burgenland sowie Obmann des Gebrauchshundevereins Deutschkreutz und betreibt mit seiner Frau Claudia eine Hundeschule in Neckenmarkt.

Weiters ist er Mitglied des Rapid Response Teams, der Auslandseinsatztruppe des Arbeitersamariterbundes Österreich. Die Liebe zu den Vierbeinern entdeckte Höttinger bereits in jungen Jahren. „Ich bin mit Hunden aufgewachsen, denn mein Vater hat Jagdhunde gezüchtet“, erklärt Höttinger. Die Leidenschaft zur Rettungshundearbeit selbst entdeckte er vor 15 Jahren durch seine Frau Claudia.

„Meine Frau begeisterte sich bereits für die Rettungshundearbeit. Ich sah rasch ein, entweder mache ich da mit, oder wir sehen uns relativ wenig. Anfangs, also vor 15 Jahren, war ich als Helfer in der Rettungshundestaffel tätig. Helfer sind dazu da, um in der Ausbildung mitzuwirken“, schildert Höttinger. Zu seinem ersten Rettungshund kam Höttinger eigentlich durch Zufall.

„Wir waren für einen Welpen auf der Suche nach einem geeigneten Zuhause, jedoch blieb mir im Endeffekt nichts übrig, als den Welpen selbst aufzunehmen“

„Wir waren für einen Welpen auf der Suche nach einem geeigneten Zuhause, jedoch blieb mir im Endeffekt nichts übrig, als den Welpen selbst aufzunehmen“, schildert Höttinger. Der Hund erhielt den Namen Fumé, auf französisch Rauch, da er mitunter mit ein Grund war, warum Höttinger das Rauchen aufgab. „Für die Rettungshundearbeit muss man Kondition haben und deswegen gab ich auch das Rauchen auf“, so Höttinger. Mit seinem Partner hat Höttinger schon etliche Flächen- und Trümmerprüfungen abgelegt. Höhepunkt im sportlichen Bereich waren die fünfmalige Teilnahme an den Weltmeisterschaften für Rettungshunde: 2013 in den Niederlanden, 2014 in Slowenien, 2015 in Dänemark, 2016 in Italien und 2017 in Österreich nahmen Höttinger und sein Fumé an Weltmeisterschaften teil.

„Eine Leistungsrichterin sagte einmal zu uns, dass für sie mein Hund und ich das beste Team von der ganzen WM waren. Weiters sagte sie, dass Fumé und ich wie ein altes Ehepaar sind: Blind verstehen, ohne viel zu sprechen“, erinnert sich Höttinger gerne zurück. Bei der ersten WM 2013 in den Niederlanden sah Höttinger einen Hund, einen Golden Retriever, so einen Hund sah er bis dato noch nie. „Dieser Hund versäumte um einen Punkt den Weltmeistertitel und von dem Moment an, wollte ich so einen Hund aus Finnland haben. Dieser Hund stammte aus einer richtigen Arbeitslinie, es war ein athletischer Hund.“

Künftiger Staatsmeister zog bei Höttinger ein

So kam Höttinger zu seinem Finn. „Es war nicht so einfach, so einen Hund zu kriegen, weil diese Hunde erstens nicht gerne ins Ausland vergeben werden und zweitens muss man sich so einen Hund erarbeiten“, erinnert sich Höttinger zurück.

Nach einiger Zeit war es soweit: Höttinger machte sich auf nach Finnland und holte seinen achtwöchigen Welpen mit nach Hause. „Im Handgepäck und natürlich auf meinem Schoss flogen wir nach Hause. Wir mussten damals in Berlin umsteigen. Ich hielt den kleinen Finn in meiner Samariterbund-Uniform und merkte auf einmal, wie es so schön warm wurde“, schmunzelte Höttinger

. Das neue Familienmitglied der Familie Höttinger wurde aufgrund seines Geburtslandes Finn genannt. Von seiner Züchterin erhielt er bereits im Vorfeld den Namen „Celeborn“ nach dem Elfenkönig aus Herr der Ringe. In den ersten zwei Wochen fand der Bindungsaufbau zwischen Mensch und Tier statt. Von da an begann für Finn die Ausbildung zum Rettungshund.

Mittlerweile hat er die Arbeitersamariterbund-Flächen-Einsatzprüfung erfolgreich bestanden. Der größte sportliche Erfolg mit Finn gelang Höttinger im August des Vorjahres. Hierbei wurden die Beiden österreichischer Staatsmeister in der Sparte Flächensuche und qualifizierten sich gleichzeitig für die in Frankreich stattfindende Rettungshunde-Weltmeisterschaft, welche heuer im September über die Bühne gehen wird.

Insgesamt hat Familie Höttinger vier Hunde, die natürlich bei keinem Urlaub fehlen dürfen. „Wir planen unsere Urlaube immer so, dass die Hunde mitkommen können. Da sind wir gleich mehrere Monate mit Wohnwagen unterwegs“, so Höttinger abschließend.