Kreitza Kepf: Musikant aus Leidenschaft. Karl Reinfeld ist über die Landesgrenzen als Deutschkreutzer Stimmungsmusikant bekannt.

Von Kim Roznyak. Erstellt am 01. April 2019 (11:15)
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Musik ist seine Leidenschaft. Der Wunsch des Deutschkreutzer Stimmungsmusikanten ist es, der älteste Akkordeon-Spieler zu werden. „So lange ich lebe, will ich Akkordeon spielen“, so Karl Reinfeld.
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Bereits als Kindergartenkind freute sich Karl Reinfeld, wenn er Musikanten die Noten halten durfte. Damals schon entfachte seine Leidenschaft für die Trompete. „Eigentlich wollte mir der Musikverein Klarinette einreden, da Klarinettisten gebraucht wurden, aber meine Antwort war: ‚Entweder Trompete oder gar nichts.‘ So lernte Reinfeld im Alter von 12 Jahren Trompete spielen und war von 1973 bis 2000 erster Trompeter im Musikverein.

Dort lernte Reinfeld auch seine Frau Maria kennen, sie spielte ebenfalls Trompete und war Stabführerin — sieben Jahre spielten die Beiden gemeinsam im Musikverein. Bis heute spielt Reinfeld Bariton, und wenn Not am Mann ist, Tuba im Verein. „Das Deutschkreutzer Licona Sextett war damals eines meiner Vorbilder, es hat alle Hochzeiten und Bälle gespielt. Für kurze Zeit durfte ich im Raiffeisen Sextett anstelle meines Schwagers mitspielen“, so Reinfeld.

Mit 32 Jahren Leidschaft für Akkordeon entdeckt

Das Akkordeon Spielen erlernte Reinfeld erst, als er bereits verheiratet war. „Meine Frau hatte ein Akkordeon und es stand im Haus herum. Mit 25 Jahren habe ich das Akkordeon in die Hand genommen, es mir selbst erlernt und seitdem ist es mein Lieblingsinstrument.“ Mit 32 Jahren wurde Reinfeld gefragt, ob er auf einer Geburtstagsfeier spielen könne und so entstand die Idee des Deutschkreutzer Stimmungsmusikanten.

„Als ich nach der Feier heimkam, wusste ich genau, das ist genau das, was ich machen will, und zwar Leute unterhalten.“ Den Namen Deutschkreutzer Stimmungsmusikant erhielt Reinfeld in Schattendorf. „Ich spielte auf einer Geburtstagsfeier, die Stimmung war sehr gut. Die Gäste sagten zu mir: ‚Du bist ein richtiger Stimmungsmusikant.‘“, erinnert sich Reinfeld gerne an die Anfangszeiten zurück. Sein Markenzeichen ist neben dem Akkordeon natürlich seine Lederhose, die wie seine Mutter aus der Steiermark stammt.

Für den Deutschkreutzer Stimmungsmusikant stehen jeden Tag Proben an, jedoch ist für ihn eine Probe kein Zwang. „Ich muss schon sehr müde sein, dass ich mal eine Probe auslasse.“ Auswendig kann Reinfeld mit Akkordeon oder Gitarre drei Stunden lang sein Publikum unterhalten. Angefangen von volkstümlichen Liedern bis hin zu STS ist alles dabei und er spielt alles live. „Der Reiz live zu spielen, ist viel größer. Seit heuer biete ich auch meine Dienste als DJ an. Wenn es länger dauern soll, dann biete ich den Leuten an, dass ich anschließend auch auflege“, schildert Reinfeld. Ein bestimmtes Lieblingslied hat er nicht. Jedoch „Der Paul und sein Gaul“ darf bei keinem Auftritt von Reinfeld fehlen. Auch der Schneewalzer kommt bei den Leuten sehr gut an.

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Reinfeld spielt regelmäßig im Caritas Sozialzentrum Haus Lisa sowie für die Behindertenwerkstätte. Früher hatte er zwei Auftritte pro Monat, jetzt ist der Deutschkreutzer Stimmungsmusikant ein wenig kürzer getreten. Wenn er pro Monat einen Auftritt hat, ist er bereits zufrieden. Reinfeld spielt bei vielen Vereinsfesten in Deutschkreutz, so auch jedes Jahr beim Feuerwehrfest. „Das ist mein Beitrag für die Feuerwehr. Wenn ich kein Musikant geworden wäre, wäre ich Feuerwehrmann geworden.“

"Ich unterhielt die Hochzeitsgesellschaft"

Und weiter: „Am liebsten spiele ich für Leute, die es zu schätzen wissen. Ich kann mich noch gut erinnern, als ein Autobus aus Vorarlberg beim Kirchenwirt in Deutschkreutz war. Irgendwann gingen alle Teilnehmer schlafen. Der Organisator, ein Haubenwirt, fragte mich, ob ich für ihn spielen könne, da er zu keiner Musik kommt, weil er nur in der Küche stehe. Zu zweit sind wir bis vier Uhr früh gesessen, haben gesungen und gespielt“, erinnert sich der Deutschkreutzer Stimmungsmusikant gerne zurück.

Seit 27 Jahren ist er nun als Alleinunterhalter im Burgenland, Niederösterreich, Wien und in der Steiermark unterwegs und musste erst zwei Auftritte aufgrund von Fieber absagen. „Ein paar Tage vor einer Hochzeit fiel ich von einer Leiter . Meine Frau Maria chauffierte mich nach Wien zum Auftritt, da ich selbst nicht fahren konnte. Bei der Hochzeit saß ich auf einem Hocker und unterhielt die Hochzeitsgesellschaft“, so Reinfeld. Aber auch privat darf bei Reinfeld das Akkordeon nicht fehlen und es ist somit bei jedem Urlaub mit seiner Familie im Gepäck mit dabei.