Kreitza Kepf: Vom Bänker zum Vollzeit-Winzer. Christian Kirnbauer ist seit drei Jahren Vollzeit-Winzer und seit Kurzem auch Weinbauvereinsobmann.

Von Kim Roznyak. Erstellt am 24. April 2019 (05:03)
Roznyak
Seit drei Jahren Vollzeit-Winzer. Christian Kirnbauer hat sich den Traum vom eigenen Weingut erfüllt. Unterstützung erhält er von seiner Familie und seinen Freunden.

Christian Kirnbauer zog es zum Studieren nach Tirol. An der Fachhochschule Kufstein absolvierte er den Lehrgang „Sport-, Kultur- und Veranstaltungsmanagement. Dort lernte der Deutschkreutzer auch seine Yvonne kennen und lieben.

Die beiden sind nun seit zwei Jahren verheiratet. Nach seinem Studium kam er wieder nach Deutschkreutz zurück, um in einer Bank zu arbeiten. „Ich habe bis 2014 in der Bank gearbeitet. Es waren fünf schöne Jahre, jedoch hat mich der Job nicht zu hundert Prozent erfüllt. Anschließend wechselte ich ins Weingut Kracher nach Illmitz. Das Weingut ist für seinen weltberühmten Süßwein bekannt“, schildert Kirnbauer.

Kirnbauer war im Weingut Kracher für das Marketing zuständig. Ziemlich zeitgleich als er diesen Job übernahm, ergab sich in Deutschkreutz eine Möglichkeit, seinen Traum vom eigenen Weingut zu erfüllen: Ein Deutschkreutzer Winzer ging in Pension und hatte keinen Nachfolger. „Nach einigen Verhandlungen mit dem pensionierten Winzer einigten wir uns. Auf einmal hatte ich ein Weingut und sehr viele Weingärten“, erinnert sich Kirnbauer gerne an seine Anfänge als Winzer zurück.

Schon seine Eltern hatten Weingärten im Nebenerwerb. „Ich interessierte mich schon immer für den Weinbau. Meine Eltern hatten vier Hektar Weingärten. Mit der Übernahme des Weingutes haben wir jetzt insgesamt 15 Hektar“, so Kirnbauer. Auch seine Großeltern hatten bereits Weingärten. Das Wein-Gen liegt sozusagen in Kirnbauers Familie.

 Bereits als Jugendlicher Weine gesammelt

 Als Jugendlicher hatte Kirnbauer ein etwas untypisches Hobby für einen Mann in jungen Jahren, denn er sammelte Weine. „Angefangen habe ich mit burgenländischen und österreichischen Weinen. Nach der Zeit wurde es immer internationaler, man schaut auch über die Grenzen. In die Sammlung kommt nur, was interessant ist und mir gut schmeckt. Ich habe keine Weinsammlung im großen Stil. Natürlich werden die Weine mit Familie und Freunden auch verkostet“, so Kirnbauer. Der wichtigste Mitarbeiter im Weingut neben Kirnbauer selbst ist sein Vater Anton. Er erledigt Arbeiten mit dem Traktor sowie in den Weingärten.

Kirnbauer kümmert sich um den Keller und den Verkauf der Weine. Und wenn es die Zeit zulässt, ist auch Frau Yvonne eine sehr unterstützende Kraft im Weingut. Mittlerweile liegen vier Jahrgänge im Weinkeller und seit der letzten Weinernte im Jahr 2018 gibt es auch ein eigenes Weingut. „Wir waren zuvor in Miete untergebracht. Mit unserem neuen Gebäude am Sonnweg sind wir sehr glücklich. Heuer können wir erstmals Gäste beim Rotweinfestival in unserem eigenen Weingut empfangen“, freut sich Kirnbauer.

„Der Weinbau ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in unserer Region und in Deutschkreutz, eigentlich ist er der wichtigste Wirtschaftsfaktor und wir dürfen eines der größten Weinfeste Österreichs veranstalten"

Die Hauptsorte des Weinguts ist der Blaufränkisch. Natürlich gibt es auch heimische Sorten wie Zweigelt und St. Laurent, aber auch internationale Sorten befinden sind im Sortiment. Jährlich werden zwischen 40.000 und 50.000 Flaschen abgefüllt. Bevor Kirnbauer die Funktion als Weinbauvereinsobmann im März übernahm, war er bereits sechs Jahre als Kassier tätig. „Ich wurde damals gefragt, da ich in der Bank arbeitete und Weingärten hatte, ob ich die Funktion übernehmen will“, erklärt Kirnbauer. Für ihn ist der Weinbauvereinsobmann eine interessante Aufgabe und Herausforderung.

„Der Weinbau ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in unserer Region und in Deutschkreutz, eigentlich ist er der wichtigste Wirtschaftsfaktor und wir dürfen eines der größten Weinfeste Österreichs veranstalten. Es ist wichtig, dass der Weinbauverein ordentlich und gewissenhaft weitergeführt wird. Auch der Zusammenhalt unter den Winzern ist sehr gut“, fügte Kirnbauer hinzu. Nur Kleinigkeiten will der neue Obmann im Verein ändern, wie zum Beispiel vermehrt auf Social Media-Arbeit setzen. „Damit wollen wir kostengünstig viele Leute erreichen“, so Kirnbauer.

Das Rotweinfestival soll auch weiterhin interessant gestaltet werden. Heuer wird es erstmals eine Spezialverkostung in Kooperation mit dem Österreichischen Sommelierverband im Schloss Deutschkreutz geben. Am Freitag und Samstag wird es jeweils zwei Verkostungen mit begrenzter Teilnehmerzahl geben.