Kreitza Kepf: Wie der Vater so der Sohn. Christian Gradwohls größtes Vorbild ist sein Papa Franz, der somit sein ganzes Leben prägte.

Von Kim Roznyak. Erstellt am 20. März 2019 (03:23)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
440_0900_198440_opu12kim_dk_kreitzakepf_gradwohl_c_rozny.jpg
Zwei Generationen — viele gemeinsame Leidenschaften: Christian Gradwohl mit seinem Papa Franz.
BVZ

Christian Gradwohl wollte schon von klein auf so werden wie sein Papa Franz Gradwohl. So erlernte er den Beruf des Elektrikers, wurde Schulwart und Musikant im Musikverein — alles Dinge, die auch sein Papa gemacht hatte.

„Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich in die dritte oder vierte Hauptschule ging und mein Papa starke Kreuzschmerzen hatte. Ich stand um fünf Uhr früh auf, heizte die Schule ein und teilte die Milch aus. Ich übernahm damals übergangsweise seine Aufgaben als Schulwart. Damals lebten wir zu viert in einer Wohnung in der Schule“, erinnert sich Gradwohl gerne zurück.

Nun ist Gradwohl selbst seit 27 Jahren Schulwart in Deutschkreutz. „Die Gemeinde machte damals eine Ausschreibung für den Schulwart-Posten, wo sich neun Bewerber gemeldet hatten. Der Gemeinderat wählte mich einstimmig aus“, so Gradwohl. Das Schöne am Schulwart-Dasein ist für Gradwohl, wenn ehemalige Schüler ihn noch kennen. „Dominik Pinigitzer nennt mich heute noch Herr Schulwart“, schmunzelt Gradwohl. Zu seinen Aufgaben zählt natürlich die Instandhaltung des Gebäudes.

Neben Schulwart auch Tourismus-Tausendsassa

Nach und nach kamen für Gradwohl immer mehr Aufgaben hinzu. Neben seinem Beruf als Schulwart ist er seit 1973 Kassier des Musikvereins. Er betreut auch die Fernwärme in seiner Gemeinde. „Bei jeder Störung läutet mein Handy“, so Gradwohl. Weiters ist er Obmann vom Verein Blaufränkischland Pur sowie Obmann-Stellvertreter vom Tourismusverband Mittelburgenland Lutzmannsburg und Geschäftsführer vom Tourismusverein Deutschkreutz.

Seine Leidenschaft zum Tourismus entdeckte Gradwohl durch den Familienheurigenbetrieb. 50 Jahre lang führte die Familie Gradwohl die über die Ortsgrenzen bekannte Raponaschenke in Deutschkreutz. Im Vorjahr entschloss sich die Familie, den Heurigen zu schließen. „Ein weiterer Grund, warum ich seit Ewigkeiten im örtlichen Tourismusverein dabei bin, ist, dass der damalige Oberamtsrat Schöller zur mir gesagt hatte: ‚Du gehst in den Tourismusverein.‘ Meine Funktionen machen mir sehr viel Spaß. Natürlich gibt es Höhen und Tiefen. Zu erwähnen ist, dass alle Funktionen ehrenamtlich sind“, schildert Gradwohl.

Besonders stolz ist Gradwohl auf den Erfolg, dass es dem Tourismusverein gelungen ist, eine Zugtaufe zu bekommen. „Am 10. Mai wird der Blaufränkischland-Express in Deutschkreutz

geweiht. Dieser Zug fährt von Deutschkreutz nach Wiener Neustadt, Wien und Bratislava. Bei jeder Haltestation wird durchgesagt ‚Der Blaufränkischland-Express fährt ein.‘ Das ist natürlich ein Highlight für unser Blaufränkischland“, so Gradwohl.

Der Schriftzug „Blaufränkischland-Express“ wird auf der Lok abgebildet sein. Weitere Werbung für das Blaufränkischland Pur wird es in den Monaten Juni und Juli geben. Hier werden die Weinevents mittels Aushängeschildern in den Zügen beworben. „Bereits vor Jahren wurde ein Goldmark-Zug ins Leben gerufen, wo am Hauptbahnhof Wien durchgesagt wurde: ‚Der Goldmark-Zug fährt ein‘. Leider ist die Aktion ein wenig untergegangen“, erklärt Gradwohl.

„Mann für Alles“ im Vinatrium

Nicht zu vergessen ist natürlich, dass Gradwohl auch der „Mann für Alles“ im Vinatrium ist bzw. der Ansprechpartner für technische Dinge. Vor zehn Jahren wurde das Vinatrium gebaut und es feiert heuer den ersten runden Geburtstag. Rund 60 Veranstaltungen werden jährlich im Vinatrium abgehalten.

„Es lassen sich alle Funktionen gut vereinbaren, da es einerseits eine gute Zusammenarbeit mit den Direktorinnen der Volksschule sowie Neuen Mittelschule gibt und andererseits meine Familie mir sehr viel Kraft gibt. Natürlich verbringe ich die wenige Freizeit mit meiner Familie und ich bin stolzer Opa durch und durch.“