Krematorium-Bau: Ausstieg um 150.000 Euro möglich. Bei der Bürgerversammlung am Sonntag  kam es zu hitzigen Diskussionen rund ums geplante Krematorium.

Von Isabella Kuzmits. Erstellt am 04. November 2019 (16:19)
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Symbolbild

Bei der Bürgerversammlung am Sonntag im Vinatrium gingen die Wogen beim Thema Krematorium hoch. Zahlreiche besorgte Bürger meldeten sich teils sehr lautstark zu Wort, begleitet von zustimmendem Applaus der Krematoriums-Gegner.

„Wir können nicht verstehen, dass obwohl die Bürger so gegen das Projekt sind, der Bürgermeister es trotzdem durchziehen will. Mit 3.000 Einwohnern sind wir kein Ballungszentrum. Man müsste jährlich 950 Leichen herbringen. Das Einzugsgebiet ist einfach zu gering. Wo liegt der Gewinn für die Gemeinde?“, stellte jemand aus dem Publikum eine Frage, die sich viele stellen.

Robert Hartl, Geschäftsführer der Trauster GmbH, die das Krematorium errichten möchte, war extra aus Bayern angereist, um sich gemeinsam mit Bürgermeister Manfred Kölly den Fragen der Deutschkreutzer zu stellen. Diese wollten von ihm wissen, wie man auf Deutschkreutz als Standort gekommen ist.

„Die Firma Trauster GmbH ist 2014 gegründet worden mit der Absicht ein Krematorium in Deutschkreutz zu errichten. Wir haben auf einer Bestattermesse vom Gewerbepark hier erfahren und uns um die Baugenehmigung bemüht und sie auch bekommen. Ich bin überrascht, dass erst jetzt eine Bürgerbefragung stattfinden soll, wenn die Genehmigung schon da ist. Vorab gab es kein Zeichen, dass der Standort hier nicht in Frage kommt. Unser Eindruck war dieser, dass der Bürgermeister den Gewerbepark füllen möchte, und in alle Richtungen von Firmen gedacht hat“, so Hartl.

Auf Nachfrage eines Vertreters der Bürgerinitiative bestätigte Hartl, dass man grundsätzlich nach wie vor bereit sei,  den Standort für das Krematorium aufzugeben.  „Bisher haben wir 150.000 Euro in das Grundstück und die Planung investiert. Ich wäre bereit, das Grundstück abzugeben, wenn mir ein Investor oder eine Investorengruppe das Geld erstattet. Bis heute habe ich aber kein Angebot erhalten“, so Hartl. „Mir wurde gesagt, dass die Gemeinde die 100.000 Euro übernehmen würde. Laut meiner rechtlichen Erkundigung ist das allerdings nicht möglich. In diesem Fall würde sich die Aufsichtsbehörde einschalten und der Bürgermeister seinen Kopf riskieren.“

Die letztmögliche Deadline für einen möglichen Verkauf und somit den Ausstieg ist für Hartl der Zeitpunkt der Vergabe der Arbeiten. „Derzeit läuft die Ausschreibung für einen Bauträger. Ich schätze, das wird im Frühjahr passieren.“

Bürgermeister Manfred Kölly erklärte auf die Frage, ob er bereit sei, bei einem solchen Ausstieg mitzuwirken: „ Ich habe mich nicht gewehrt, das Gespräch zu suchen und im Gemeinderat für Gespräche mit der Firma und Verhandlungen gestimmt. Wir haben heute gehört, dass es eine Möglichkeit gibt, auszusteigen. Die Frage ist nur wer bezahlt?“