Vulcano und Schaflerhof feierten im Duett. Mit den Jubiläen 30 Jahre Vulcano und 10 Jahre Schaflerhof hatte das Weingut Hans Igler aus Deutschkreutz gleich doppelten Grund zur Freude.

Von Dieter Dank. Erstellt am 23. September 2019 (10:26)
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Im wunderbaren Ambiente des Schaflerhofes lud das Weingut Hans Igler zur Jubiläumsparty des Flagschiffes Vulcano und des Schaflerhofes. Dabei konnten die Gäste alle Jahrgänge des Vulcanos und die aktuellen Weine verkosten.

Bei der Begrüßungsrede gedachte Waltraud Reisner-Igler ihrem verstorbenen Vater: „Mein Vater Hans Igler ist leider viel zu früh verstorben und konnte vieles nicht miterleben, was sich hier in den vergangenen 25 Jahren entwickelt hat. Er war seiner Zeit voraus und hat vieles begonnen, was damals noch unmöglich schien. Doch der Erfolg gab ihm recht. Sehr wichtig war ihm die Qualität des Weines und die Blaufränkisch-Sorte hat er stets sehr hoch gehalten. Es würde ihn sehr freuen, dass alles, an das er geglaubt hat, auch eingetreten ist. Meine Mutter Maria hat ihn in seinen Visionen tatkräftig unterstützt. Danke auch an meine Mutter für ihre Hilfe im Betrieb und besonders in der Familie.“

Kreation der Cuvée Vulcano hat vieles verändert

Die Idee hinter dem Vulcano war, die Regionalität mit internationalem Einfluss zu verbinden. Hans Igler hatte die Vision, in der Cuvéetierung etwas Neues, Aufbrechendes und etwas Kräftiges zu schaffen. Anton Lehmden verkostete den Wein und entwarf als Motiv für die Etikette einen Vulkan.

„Wir waren vom Etikett inspiriert und sind dadurch zum Namen Vulcano gekommen. Ohne den Vulcano würde es das Weingut Hans Igler auch nicht geben. Durch diesen Wein sind wir bekannter und erfolgreicher geworden. Es gibt nichts Schöneres, wenn das Produkt, sprich der Wein, für sich selbst spricht. Ein Satz von einem Kunden blieb mir in Erinnerung: „Durch den Vulcano hab ich das Interesse an Weinen entdeckt.“ Die Qualität, der Ausdruck und die Kraft des Weines stehen im Mittelpunkt. Dies ist für die Kunden und uns sehr wichtig und bringt uns allen Erfolg“, so Waltraud Reisner-Igler abschließend.

„Ich bin sehr stolz auf meine Familie“

Die Großeltern von Clemens Reisner haben zur Hochzeit einen Hektar Landwirtschaft bekommen. „Als neue Generation des Weinguts bin ich sehr stolz, in dieser Familie aufgewachsen zu sein und möchte mich bedanken, was meine Oma und Opa sowie meine Eltern geschaffen haben. Mittlerweile haben wir 39 Hektar und füllen 200.000 Flaschen. Diese Entwicklung in den vergangenen 20 Jahren ist außergewöhnlich. Bedanken möchte ich mich auch bei meiner Frau Anna, die mich immer unterstützt“, so Clemens Reisner.

„Die Geschichte des Weinguts lehrt von den Eltern“

Nationalrat und Landwirtschaftskammerpräsident Niki Berlakovich begann seine Ansprache mit einem Zitat von Schriftstellerin Ingeborg Bachmann: „Die Geschichte lehrt dauernd, aber sie findet keine Schüler. Dieser Satz wird oft im Zusammenhang mit Konflikten und Kriegen verwendet. Bei der Familie Reisner-Igler ist es aber zutreffend, denn die Geschichte des Weinguts lehrt von den Eltern auf Konsequenz, Innovation und Qualität zu setzen. Es war mir eine Ehre, Hans Igler, gekannt zu haben. Er war ein Pionier des Weinbaus im Burgenland aber auch Österreichs, aber eindeutig in der Region Blaufränkischland.

Er setzte auf Qualität und betrat mit der Cuvée Neuland. Es ist bemerkenswert, dass eine derartige Architektur wie der Schaflerhof mit neuem Leben erfüllt wurde und damit ein Stück Geschichte bewahrt wurde. Abschließend noch ein Gedanke zum Vulcano: „Der spuckende Vulkan erzählt von der Kraft, die in der Cuvée steckt, der Boden gab seine Kraft den Reben und den Trauben und jene Kraft in der Opulenz in einer Flasche Vulcano, dies drückt den Erfolg, die Innovation und die Kreativität dieses tollen Weines aus.“

„Heimatverbundenheit und Familie“

Wein Burgenland-Geschäftsführer Christian Zechmeister kam erst von einer Schweiz-Reise nach Hause und freute sich schon auf das Burgenland und seine Familie.

„Diese zwei Punkte verknüpfe ich auch mit der Familie Igler-Reisner. Ich habe sie kennengelernt als Menschen, die die Familie über alles schätzen und sehr heimatverbunden sind. 1988 ist die erste Cuvée auf den Markt gekommen, in dieser Zeit ist es der österreichischen Weinwirtschaft nicht wirklich so gut gegangen. Genau zu diesem Zeitpunkt war es das Beste, was uns passieren konnte, solche Pioniere wie Hans Igler, die die Stärke der Region mit ihren heimischen Rebsorten erkannten und auch den Mut hatten, über den Tellerrand zu schauen. Der Vulcano ist eine superschöne Cuvée, wo der Blaufränkisch dominiert, Cabernet, Zweigelt und mittlerweile auch Merlot darin zu finden sind. Die Familie hat auch sehr viel für die Region geleistet und den Weinen mit dem Schaflerhof ein wunderbares Dach gegeben.“

„Ich war beeindruckt von der Bescheidenheit“

Für Adalbert Putz war Hans Igler ein ganz besonderer Freund und eine bahnbrechende Persönlichkeit mit Weitblick und Entschlossenheit.

„Obwohl er Nebenerwerbswinzer war, erbrachte er eine Vielzahl an Pionierleistungen und hatte eine starke Stimme in der Gemeinde und in der Pfarre. Da er anfangs keinen Weinkeller hatte, lagerte das erste Weinfass mit 100 Litern in einer Futterkammer. Ich war von der Bescheidenheit und Persönlichkeit beeindruckt. Bei einer Präsentation des Vulcano in Forchtenstein sagte Hans Igler: ‚Ich lasse meinen Wein für mich sprechen‘. Sechs Mal wurde das Weingut Falstaff-Sieger und in einem schlechteren Jahr hielt er sich eine ausgezeichnete Qualität vom Vorjahr zurück. Er reichte denselben Wein zwei Mal unter verschiedenen Nummern ein: Der eine wurde Falstaff-Sieger und der andere landete auf Platz 21“, schmunzelte Putz.

Der Vater des berühmten Komponisten Franz Liszt war ein Schafler

Bis heute kennt man das genaue Erbauungsdatum des Schaflerhofes nicht. „Eines ist aber sicher, er wurde im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts erbaut. Dabei kam Esterhazy auf die Idee, mit Schafen Geld zu verdienen. Kurze Zeit später sind auf allen Esterhazy-Höfen Schaflerhofe entstanden. Im Jahr 1810 war der Schaflerhof am Höhepunkt und beherbergte 1100 Schafe.

Die Schafler waren die einzigen, die einen Keller besessen haben. Damals wurde hauptsächlich Wein und Essig darin gelagert. Nun trägt der Keller den Namen Vulcano-Keller. Die Geschichte der Schafler war aber nur von kurzer Dauer, da im Jahr 1840 der Schafwollpreis eingebrochen ist. Der Schaflerhof blieb als einziger über, da er sehr massiv gebaut war. Im 20. Jahrhundert diente der Schaflerhof als Meierei und es wurde per Zug Milch nach Wien befördert.

Ganz interessant ist, dass im Jahr 1806 Adam Liszt, der Vater von Franz Liszt, die Rolle des Buchführers und Kontrolleurs im Schaflerhof übernommen hat. Daher war der kleine Franz Liszt sicherlich öfters mit seinem Vater in Deutschkreutz. Bei der baulichen Struktur des Schaflerhofes denkt man, dass das phänomenale Zollinger-Dach das älteste Bauteil ist. Das wie ein umgestürztes Schiff oder wie eine Kathedrale aussehende Dach ist aber das jüngste Bauteil. Denn vor einem Brand war der Schaflerhof von 1896 bis 1898 noch mit einem Satteldach eingedeckt“, informiert Putz.