Zuglärm: Anzeige von 34 Bahn-Anrainern. Beladung von Güterwaggons und Klimatisierung bzw. Heizung von Personenwaggons erhitzt die Gemüter.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 04. Juli 2018 (06:35)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Symbolbild
shutterstock.com/ Cool Pictures

Bahn-Anrainer haben sich unter der Leitung von Helmut Gager zusammengetan und eine Unterschriftenaktion gestartet. Weiters wurde eine Anzeige bei der Bezirkshauptmannschaft Oberpullendorf betreffend gesundheitsgefährdendem Lärm und Umweltbelastung eingereicht. „Es haben insgesamt 21 Häuser bzw. 34 Personen die Unterschriftenaktion unterschrieben. Wir sind mit der ÖBB seit eineinhalb Jahren in Kontakt, aber es tut sich nichts. Nun haben wir den Tipp bekommen eine Anzeige zu machen“, erklärt Gager.

Anrainer-Beschwerden schon seit zehn Jahren

Störend für die Bahn-Anrainer sind unter anderem der Lärm und die Umweltbelastung, die durch die Klimaanlagen bzw. Heizungen der abgestellten Waggons verursacht werden. Diese beginnen laut Anrainern alle eineinhalb Stunden zu laufen. Schon seit 2005 kämpfen die Anrainer um eine andere Lösung – die BVZ berichtete immer wieder. „Jeweils von Freitag abends bis Montag früh werden gegenüber den Häusern Bahngasse 1 bis 9 die Waggons abgestellt und nicht benützt, ebenso an Feiertagen. Während dieser ganzen unbenützten Zeit werden die Waggons klimatisiert bzw. beheizt, was einen erheblichen Lärm in bis zu stündlichen Intervallen und eine starke Umweltverschmutzung sowie Energieverschwendung ergibt“, so Gager.

„Ebenso verhält sich diese Situation werktags bereits ab zirka drei Uhr morgens vor Abfahrt der Züge. Es ist unmöglich die ganze Woche über (So-Sa) bei geöffnetem Fenster zu schlafen – selbst bei geschlossenem Fenster schlafstörend – und den Garten an den Wochenenden zu benützen“, so Gager. Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Verladung von Holz und Zuckerrüben. „Diese werden per Kran in die Güterwaggons plumpsend verladen und sind extrem staubend“, fügte Gager hinzu.

Der dritte Punkt der Anzeige betrifft eine Ferienhaus-Vermieterin, für die Lärm und Umweltbelastung außerdem geschäftsschädigend sei. Alleine in den vergangenen beiden Wochen hätten zwei Familien aufgrund der Lärm-und Umweltbelastung längerfristige Aufenthalte abgesagt, da der gewünschte Erholungswert im Urlaub nicht gegeben sei.

ÖBB ist Anzeige bis dato nicht bekannt

Vonseiten der Bezirkshauptmannschaft erklärte man zu diesem Fall, dass der Akt an das Amt der Burgenländischen Landesregierung weitergegeben wurde. Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) selbst hat diese Anzeige noch nicht erreicht. „Sobald wir den Inhalt der Anzeige kennen, werden wir eine Stellungnahme dazu abgeben“, so ein Sprecher der ÖBB.

Ortschef Manfred Kölly unterstützt die Bahn-Anrainer. „Wir sind seit geraumer Zeit in Verhandlungen mit der ÖBB und haben eine gute Gesprächsbasis. Wir fordern nach wie vor ein Gesamtkonzept für unseren Bahnhof“, so Kölly. Im Gemeinderat wurde vor einem halben Jahr beschlossen, dass die Verladestelle in den alten Wirtschaftspark verlegt werden soll.