Holzbaupreis Burgenland wurde verliehen

Die Sport- und Kulturhalle Neutal und ein Streckhof mit Schnapsbrennerei in Weingraben sind unter den Siegern.

Erstellt am 20. Mai 2021 | 04:57
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Sport- und Kulturhalle Neutal. Diese wurde im Auftrag der Gemeinde Neutal von Solid architecture ZT GmbH geplant und von der Firma Handler Bau errichtet. Für die Statik zeichnete die RWT plus ZT GmbH verantwortlich.  
Foto: Lena Pallisch,RWT plus ZT GmbH

Bereits zum vierten Mal hat proHolz Burgenland rund um Obmann Herbert Stummer den „Holzbaupreis Burgenland“ ausgeschrieben. Es gab 76 gültige Einreichungen in fünf Kategorien. Davon hat eine vierköpfige Jury 19 Objekte nominiert. Aus diesen 19 Nominierungen wiederum wurden fünf Auszeichnungen und fünf Anerkennungen gewählt.

„Diese finale Auswahl fiel nicht leicht, und es wurde viel diskutiert. Am Ende aber lässt sich Folgendes sagen: Jedes einzelne von der Jury in der jeweiligen Kategorie ausgewählte Bauwerk war die Reise in das moderne burgenländische Holz mehr als wert“, erklärt Architekt Klaus-Jürgen Bauer im Namen der Jury. Gleich zwei der fünf Auszeichnungen gingen an Projekte im Bezirk. In der Kategorie „Öffentliche und touristische Bauten“ wurde die Sport- und Kulturhalle Neutal ausgezeichnet.

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Streckhof mit Schnapsbrennerei in Weingraben. Familie Schneider war Bauherr dieses von juri troy architects geplanten Projekts, das von der Holzbau Kasz GmbH umgesetzt wurde. Für die Statik zeichnete ZMP GmbH Massivholzsystem verantwortlich.   
Juri Troy

Der 37 Meter lange und 18 Meter breite Baukörper wurde, abgesehen von einem seitlichen Zubau, komplett aus Holz errichtet. Innenwände, Zwischendecken und Dach bestehen aus Brettsperrholz, die Außenhülle ist eine Riegelkonstruktion mit Brettschichtholzstützen und einer vertikalen Bretterschalung. Für den Schallschutz wurden am Dach und den Außenwänden Akustikspaneele montiert. Das Dach ist eine sogenannte Shedkonstruktion aus fünf Elementen, die auf der Baustelle vorgefertigt wurden und die Halle stützenfrei überspannen. Diese bietet nun Platz für eine Vielzahl von Nutzungen.

In Weingraben wurde ein traditioneller burgenländischer Streckhof mit serieller Anordnung unterschiedlicher Nutzungen, dem auch eine Scheune mit neu integrierter Schnapsbrennerei) in Verlängerung des Haupthauses angehört, ebenfalls entlang der Längsachse um ein kleines zweigeschossiges Wohnhaus erweitert. Zwischen zwei kalklehmverputzten Ziegelmauern wurden Innenwände, Decken- und Dachkonstruktion aus Massivholz mit Sichtoberflächen eingeschoben. Das Urteil der Jury: „Der Baustoff Holz wird, gemeinsam mit anderen natürlichen Materialien, bei diesem Haus derart gekonnt angewandt und in Szene gesetzt, dass eine fast andächtig-sakrale Stimmung entsteht. Holz at its best.“