Unterschriftenliste in Unterpullendorf initiiert

Parteiunabhängige Initiative will Gemeindewiese in Unterpullendorf erhalten.

Erstellt am 01. Mai 2021 | 04:34
Unterschrift Vertrag Symbolbild
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In Unterpullendorf hat sich eine parteiunabhängige Initiative gegründet, die nun eine Unterschriften-Aktion starten möchte. Der Grund hierfür ist die vom Gemeinderat mehrheitlich beschlossene Umwidmung des Aufschließungsgebietes Richtung Oberpullendorf in Grünland (Baumschulgasse), damit in weiterer Folge die Fläche zwischen der Sportplatzstraße und dem Stooberbach von Grünland zu Aufschließungsgebiet gewidmet werden kann (die BVZ berichtete). Auf dieser Fläche sollen laut Gemeinde rund 25 neue Bauplätze entstehen.

Die Initiative spricht sich nun gegen dieses Projekt aus. In einem Schreiben heißt es: „Wir sind gegen die Zerstörung einer der letzten Sumpfwiesen in Unterpullendorf, die Lebensraum, Wasserstelle und Futterplatz vieler Tiere ist und gegen eine großräumige Verbauung und Versiegelung der Natur. Die Gemeinde sagt zwar derzeit (noch), dass diese Bauplätze für Dorfbewohner geschaffen werden sollen, aber da es keinen Bedarf an 25 neuen Baugründen gibt, wer garantiert uns, dass diese nicht an Siedlungsgenossenschaften und alle möglichen Leute, ohne Bezug zur Gemeinde, verscherbelt werden, um dann die hohen Aufschließungskosten zu finanzieren?“.

Als Alternative schlägt die Initiative die Aufschließung von bereits parzellierten Bauplätzen im Bereich Gartenäcker vor. „Einer der Gründe, weshalb in den Gartenäckern nicht weiter gebaut worden ist ist, dass die Baugründe nicht aufgeschlossen sind und zuvor die Grundeigentümer selbst die Aufschließungskosten vorfinanzieren müssten“, heißt es im Schreiben der Initiative.

„Bauland-Widmung wird nur verschoben“

Bürgermeisterin Angelika Mileder meint dazu: „Vor der Aufschließung in den Gartenäckern müsste eine Oberflächenentwässerung stattfinden. Es gab 2017 bereits zwei Info-Veranstaltungen. Die Gemeinde hat versucht, rund 10 Bauplätze im Bereich Gartenäcker von privaten Grundbesitzern zu erwerben, um die Aufschließung voranzutreiben. Bis auf zwei war aber niemand bereit, einen Baugrund zu verkaufen.“

Daher sei dieses Projekt nicht zustande gekommen. Auch im Aufschließungsgebiet Richtung Oberpullendorf habe seit Jahrzehnten kein Grundbesitzer Maßnahmen zur Baulandreifung getätigt. Der Ortsausschuss habe sich daher für die Aufschließung des Gebietes zwischen Sportplatz und Stooberbach ausgesprochen. „Ebenso war auch der Gemeinderat mehrheitlich dafür. Unser Ziel ist es, etwas für den Ortsteil Unterpullendorf zu erreichen, denn es waren schon viele Bauwerber da, die aufgrund von Bauplatzmangel woanders hingegangen sind. Aber scheinbar ist das einigen nicht recht“, so Bürgermeisterin Angelika Mileder, die außerdem darauf hinweist, dass durch die Rückwidmung im Bereich der Baumschulgasse Grünland erhalten bleibt und es so nur zu einer Verschiebung der Widmung kommt.

Mileder möchte nun abwarten, wie viele Unterschriften bei der Aktion gesammelt werden: Wenn ein Großteil der Unterpullendorfer Bevölkerung gegen die Schaffung von Bauplätzen in der Sportplatzstraße ist, sei sie bereit, den Antrag auf Umwidmung zurückzuziehen und das Projekt fallen zu lassen.

Die Forderungen der Initiative an die Gemeinde sind neben des Verzichts der Verbauung der noch bestehenden Wiesen und auf eine etwaige Großsiedlung sowie neben der Aufschließung der bereits vorhandenen Bauplätze eine Plattform (Gemeindezeitung, Gemeindehomepage), wo freie Bauplätze inseriert werden können. Mileder dazu: „Es besteht schon seit einigen Jahren die Möglichkeit, freie Bauplätze in der Gemeindezeitung zu inserieren oder Meldungen zu schalten, wenn man einen Bauplatz sucht. Bisher hat dieses Angebot aber noch niemand angenommen.“