Hitzige Debatte um Oberpullendorfer Mittelschule. Der geplante Zu- und Umbau der Mittelschule samt Zentralmusikschule sorgte einmal mehr für Diskussionsstoff.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 31. Oktober 2020 (05:23)
Symbolbild
Shutterstock/Denis Kuvaev

Bei der Gemeinderatssitzung am Mittwoch voriger Woche stand einmal mehr eine Anfrage der SPÖ-Fraktion zur Sanierung der Mittelschule auf der Tagesordnung. Zuvor war Mitte Juni erneut ein Schreiben des Direktors in der Gemeinde eingelangt, mit dem dieser wieder auf bestehende Mängel aufmerksam gemacht hatte.

Die SPÖ wollte zunächst wissen, warum besagtes Schreiben nicht schon bei der Gemeinderatssitzung am 1. Juli thematisiert wurde. „Ich habe den Brief des Direktors nicht vorenthalten“, verwies Bürgermeister Rudolf Geißler darauf, dass der Brief am 7. Juli an alle Gemeinderatsmitglieder verteilt wurde. „Hätte ich etwas vorenthalten wollen, hätte ich den Brief nicht weitergeleitet. Alle 23 Gemeinderäte waren informiert.“ Es habe zudem bereits im Juni 2019 einen Brief vom Direktor gegeben, der jetzige habe keine neuen Inhalte zutage gebracht. Weiters verwies Geißler darauf, dass er bereits bei der Gemeinderatssitzung am 3. Juni eine umfangreiche Stellungnahme zu 16 Fragen der SPÖ zur Mittelschule abgegeben habe. Die nunmehr von der SPÖ gestellten Anfragen zielten darauf ab, was der Bürgermeister aufgrund des neuerlichen Schreibens, laut dem Gefahr in Verzug bestehe, zu tun gedenke und ob deshalb neue Überlegungen, unter anderem hinsichtlich einer vorzeitigen Sanierung, angestellt werden.

Bürgermeister Rudolf Geißler meinte dazu in seiner Fragebeantwortung, dass, wenn er so etwas wie Gefahr in Verzug sehe, dann eventuell einzig und allein bei der Fluchtwegsituation. „Es gibt aber einen ausgehängten Fluchtwegplan“, so Geißler. Wenn es keine genormte Fluchtür gäbe – das sind Türen, die das Öffnen von innen jederzeit durch beliebige Personen ermöglichen (Anmerkung der Redaktion) – dann dürfe der Direktor während des Unterrichts die Tür nicht versperren. Weiters verwies Geißler darauf, dass kleinere Sanierungsarbeiten während der Ferien durchgeführt wurden. „Kaputte WC-Brillen wurden getauscht, kaputte Wasserhähne repariert, das Mauerwerk in der Umkleide teilweise saniert, defekte Lampen im Turnsaal und den Klassen sowie kaputte Fliesen getauscht und eine Klasse ausgemalt“, schilderte Geißler.

„Es geht um das Wohl der Schüler. Warum wurde uns das Schreiben des Direktors bei der Gemeinderatssitzung vorenthalten. Der Direktor führt Schäden an, von denen du gesagt hast, dass sie gemacht wurden. 2018 hat der Direktor das Gleiche geschrieben. Warum wird nichts gemacht? Man hat das Gefühl, das Schreiben des Direktors wird nicht ernst genommen“, kritisierte Vizebürgermeisterin Elisabeth Trummer. „Wir haben eh 447.000 Euro Rücklagen und 330.000 Euro aus dem Gemeindeinvestitionspaket, warum investieren wir nicht, warum warten wir ab?“

Geißler hatte dazu berichtet, dass eine Alternative zum derzeitigen Projekt nur eine rein technische Sanierung des Bestandes mit längerer Bauzeit wäre. „Das derzeitige Projekt muss in einem Zug erfolgen, Man kann nichts an Einzelmaßnahmen herausnehmen“, so Geißler.