Bezirk Oberpullendorf: 28-jähriger Mann biss Polizist in den Finger

Ein 28-jähriger Mann wehrte sich im alkoholisierten Zustand gegen die Verhaftung durch die Polizei.

Erstellt am 13. Januar 2022 | 05:59
Lesezeit: 2 Min
Gericht Symbolbild
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Foto: Shutterstock.com, Salivanchuk Semen

Reichlich Bier hatte ein 28-jähriger Mann am 30. Juni 2021 getrunken, und das obwohl er, wie seine Mitbewohnerin den Polizisten erzählte, das österreichische Bier gar nicht verträgt.

Die Polizei war von den Freunden des Angeklagten gerufen worden, weil dieser nach dem Genuss von zehn bis zwölf Bier zu randalieren begonnen hatte. Die Amtshandlung eskalierte. Der Angeklagte habe sich auf seine Mitbewohnerin stürzen wollen, daraufhin sei, so einer der zum Tatort gerufenen Polizisten, die Festnahme ausgesprochen worden.

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„Er beschimpfte uns, versuchte uns abzuschütteln und versteifte sich“ Polizist

„Er beschimpfte uns, versuchte uns abzuschütteln und versteifte sich“, berichtete der Polizist. Kurz danach sei der passive Widerstand in aktives Treten übergegangen. „Wir kämpften herum, bis wir ihm die Handschellen angelegt hatten“, berichtete der Polizist. Der Betrunkene wurde ins Polizeiauto gesetzt. Einen Alkovortest verweigerte er, kurz gelang es ihm sogar, den Sicherheitsgurt zu öffnen und halb aus dem Auto zu schlüpfen.

„Ich weiß von dem Vorfall nichts“ Angeklagter

„Ich gurtete ihn wieder an und leuchtete einem Kollegen mit der Taschenlampe, der versuchte, die Kindersicherung bei der Autotüre zu aktivieren“, schilderte der Polizist den weiteren Verlauf. „In dem Moment biss er mich in die Fingerkuppe“, setzte er fort. Zum Glück habe er, so der Polizist, Lederhandschuhe getragen. Dennoch habe er einen halben Tag lang Schmerzen verspürt. „Ich weiß von dem Vorfall nichts“, gab der wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und Körperverletzung angeklagte Mann bekannt.

„Ich konnte es selbst nicht glauben, musste aber den Tatsachen ins Auge blicken“ Angeklagter

Seit dem Vorfall trinke er keinen Alkohol mehr und besuche eine Therapie. Die Schilderungen seiner Mitbewohnerin und die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft würden für ihn „unfassbar klingen“, so der Angeklagte. „Ich konnte es selbst nicht glauben, musste aber den Tatsachen ins Auge blicken“, gab er sich reumütig.

Im Gerichtssaal entschuldigte er sich bei dem „Herrn Inspektor für den Biss“ und für sein „ungebührliches Verhalten“. Er wurde zu acht Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. An den durch den Biss verletzten Polizisten muss er 100 Euro zahlen.