Neutaler Anrainer retteten Otterbabys. Anrainer hörten Otterbabys „winseln“ und alarmierten den Tierschutz. Die beiden Tiere werden zurzeit aufgepeppelt.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 21. August 2019 (04:27)
Vier Pfoten
In Sicherheit. Den beiden Otterbabys Berta und Fibi geht es nun gut, nachdem das ESG-Team zunächst einige Tage um sie bangen musste 

Die Rettung von zwei Otterbabys gebührt Neutaler Anrainern. Diese vernahmen nämlich ein „Winseln“ der Otterbabys und alarmierten den Tierschutz. Einen Tag später fand ein Mitarbeiter schließlich die kleine Berta im Dickicht an der Seite eines Baches mitten im Ortsgebiet von Neutal. Er brachte das Otterbaby in die Eulen- und Greifvogelstation (EGS) Haringsee „Es war allerdings noch das Weinen eines weiteren Jungtiers in einem Kanal zu hören“, erzählt Vier Pfoten-Expertin Brigitte Kopetzky.

„Das Entwässerungsrohr hatte einen Durchmesser von nur 80 Zentimetern, weshalb die Bergung nicht so einfach war.“ Schließlich fuhr der wissenschaftliche Leiter der EGS, Hans Frey, nach Neutal. Er nahm seinen Sohn Simon mit, der in das Rohr hineinkroch und nach etwa 80 bis 100 Metern auch das zweite lebende Junge fand.

„Traurigerweise aber auch das bereits tote Geschwisterchen“, fügt Kopetzky hinzu. Alle drei Tiere sind bzw. waren Weibchen und etwa zehn Wochen alt. Die kleine Fibi hatte an allen Zehen offene Stellen, da sie anscheinend verzweifelt versucht hat, sich an den Betonwänden der Röhre seitlich festzuhalten.

Otterbaby hätte weitere Nacht nicht überlegt

„Sie hätte die Nacht sicher nicht überlebt“, so Kopetzky. Für die Otter-Mutter sowie ein drittes Otterbaby kam leider jede Rettung zu spät. Der Zustand der beiden Otterbabys gab einige Tage lang Grund zur Sorge. Fibi fraß zunächst noch nicht selbst, sie bekam Infusionen. Sonst zeigte sie keinerlei Krankheitssymptome, außer, dass sie sehr viel schlief und etwas matter war als ihre große Schwester. Berta hatte zunächst sehr gierig aus dem Fläschchen getrunken. Danach wollte sie plötzlich nicht fressen, um dann am Freitag wieder mit offensichtlichem Appetit Nahrung aufzunehmen. Den beiden Jungtieren, die vom EGS-Team Berta und Fibi getauft wurden, geht es nun gut.

Berta, das größere Otterweibchen, wiegt etwa 1,25 Kilogramm, die kleinere Fibi ca 1,1 Kilogramm. „Es ist erstaunlich, dass es der Fischottermutter gelungen ist, an einem so kleinen Bach drei Jungtiere groß zu ziehen. Das veranschaulicht wieder einmal, dass die Fischotter keine blutrünstigen Räuber sind, die ganze Fischteiche ausräumen, sondern sich sehr unauffällig an natürliche Lebensräume anpassen und die dortigen Nahrungsressourcen nutzen. Außer von Fischen ernähren sie sich auch von Kleinsäugern, Fröschen, Krebsen und vielen anderen kleinen Wassertieren“, schildert Frey.