Jubiläum: Zehn Jahre Radio OP

Seit einem Jahrzehnt wird auf der Frequenz 98,8 MHz aus dem Gymnasium Oberpullendorf gesendet. Die Jubiläumsfeier musste Corona-bedingt abgesagt werden.

Erstellt am 25. April 2020 | 05:27
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Beim offiziellen Startschuss 2010. Der damalige Minister Norbert Darabos, der damalige Landeshauptmann Hans Niessl, der damalige Landtagsabgeordnete Werner Gradwohl, Josko Vlasich, der damalige Landesschulratsvizepräsident Josef Haider und Studioleiter Christian Karall mit Schülern.
Foto: BVZ

Vor zehn Jahren wurde der Radiobetrieb von Radio OP aufgenommen. Josko Vlasich, Obmann des Vereines MORA , der das Radio OP betreibt, erzählt: „Bevor es zur Gründung von Radio OP kam, hatten einige von uns schon Radioerfahrungen. Bereits 1994 gründeten Aktivisten im Umkreis der KUGA den Verein ‚Mehrsprachiges offenes Radio MORA-Manjinski većjezični radio‘ mit dem Ziel, ein mehrsprachiges Radioprojekt im Burgenland zu realisieren. Tatsächlich gelang es dem Verein unter dem Obmann Daniel Stern und mir als Geschäftsführer das Privatradio ‚Antenne4‘ auf die Beine zu stellen. Wir hatten zwar mit Unterstützung der Volksgruppenförderung die Studiotechnik für den Radiobetrieb ankaufen können, der Lizenzmehrheitseigentümer machte es uns allerdings sehr schwer, unsere Idee eines mehrsprachigen Radios im Burgenland wie vorgesehen umzusetzen. Nach zwei Jahren Sendezeit (1999-2001) wurde die Kooperation einseitig seitens des Mehrheitseigentümers aufgelöst“, Nun stand man mit funktionierender Technik, aber ohne Radiofrequenz da. Der damalige Direktor Adalbert Reidinger meinte, man solle das Equipment in der Schule lagern, da sich vielleicht noch etwas entwickeln könne. „Und tatsächlich begann Professor Alfred Liebmann 2003/2004 mit der unverbindlichen Übung ‚Schulradio‘. Was anfangs nur als Pausenradio in der Schule lief, hat sich dann in Kooperation mit unserem Verein MORA zu einem Ganztagsradio entwickelt“, erinnert sich Vlasich.

Probebetrieb 2009, offizieller Start 2010

Bereits 2009 konnte man nach der Zulassung der Radioregulierungsbehörde RTR für ein Ausbildungsradio und der zugewiesenen Frequenz 98,8 MHz den Probebetrieb aufnehmen, um dann 2010 im April offiziell als mehrsprachiges Bezirksradio on air zu gehen. „Auf der Frequenz ist Radio OP leider nur im halben Bezirk zu empfangen – nördlich und östlich von Oberpullendorf – aber über den Livestream live.radioop.at kann man es weltweit empfangen“, führt Vlasich aus.

Der innerste Kern, der Radio OP gestaltet, umfasst etwa 10 Personen. Dazu kommen noch gut 15 freie Sendungsmacher und ehrenamtlich tätige Vereinsfunktionäre, die unterstützend mithelfen. Wenn man die Schüler dazuzählt, sind es etwa 80 Personen, führt Vlasich aus. Radioschüler aus der Unterstufe moderieren ihre eigenen Sendungen Montag bis Donnerstag jeweils von 7.35 bis 7.50 Uhr und von 14 bis 15 Uhr. Montag bis Mittwoch und Donnerstag von 16 bis 18 Uhr machen das vorwiegend Oberstufenschüler in der Sendung „a4aktiv“.

Das Ziel von Radio OP war von Anfang an ein mehrstufiges. Das Radio sollte den Schülern als Medium zur Sprachenpflege dienen und der Bezirksbevölkerung als Informations- und Meinungsbildungsmedium zur Verfügung stehen, erklärt er.

Jeder kann bei Radio OP mitmachen

Bei Radio OP kann jeder Radio machen. „Wenn er/sie es wünscht, gibt es auch Sendezeit für freie RadiomacherInnen, die in Eigenverantwortung ihre Sendungen gestalten können“, erklärt der Obmann.

Ursprünglich wollte man das Jubiläum Ende April mit einem Tag der offenen Tür unter Teilnahme von Radioschülern und Radiomachern im Studio im Gymnasium feiern. „Das hat sich mittlerweile leider erübrigt. Wir werden sehen, wie sich die Coronakrise weiter entwickelt, hoffen aber, dass es noch in diesem Jahr gelingt, das Jubiläum nachzuholen“, meint Josko Vlasich.