Fernunterricht „läuft ganz gut“. Für Probleme beim digitalen Lernen am Gymnasium Oberpullendorf wurde ein eigener Journaldienst eingerichtet. Außerdem erhält jeder Schüler individuelles Feedback von den Lehrern.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 16. April 2020 (04:23)
Digitale Gruppenarbeit. Diese Collage hat Pfarrerin Irmi Langer mit ihren Schülern erstellt.
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Was die Corona-Krise im schulischen Bereich bedeutet und welche Herausforderungen sich in der Umsetzung der Vorgaben und Maßnahmen des Bildungsministeriums stellen, dazu wurde eine Befragung unter Schülern, Eltern und Lehrern durchgeführt – so auch am Gymnasium Oberpullendorf. Demnach bestätigt die Mehrzahl der knapp 600 Schüler, dass es „ganz gut läuft“, aus den Rückmeldungen lasse sich aber auch eines ableiten, „das Bedürfnis einen normalen Schulalltag mit Klassenkollegen und Lehrern zu erleben.“ Ähnlich sei das Stimmungsbild bei den Eltern, wobei in einigen Familien die Voraussetzungen für die Fernlehre nicht gegeben seien: Alleinerziehende hätten Probleme mit dem Alltagmanagement, nicht selten werde das digitale Gerät von mehreren Familienmitgliedern genutzt und stehe daher nicht immer zur Verfügung. Die Lehrer sehen als größte Herausforderung und zugleich auch als Tipp an die Schüler das genaue Lesen der Aufgabenstellungen.

„Über Vor- und Nachteile des elektronischen Unterrichts gibt es lebhafte Diskussionen. Zurzeit ist die digitale Kommunikation die einzig realistische Möglichkeit eines Schulunterrichts“, bringt es Direktorin Helga Fabsits auf den Punkt. Für das Gymnasium sei dies keine besondere Herausforderung gewesen, da es bereits seit Jahren Initiativen im Bereich digitaler Kompetenzen und multimedialer Kommunikationsformate gibt. Neben dem Unterrichtsfach „digitale Kompetenzen“ zählt der Informatikzweig in der Oberstufe zu den Besonderheiten der Schule. Schon zu Beginn des Schuljahres – Monate vor Covid 19 – wurden alle Schüler auf der Lernplattform LMS angelegt.

„Wie effektiv dieser digitale Unterricht ist, wird man wohl erst hinterher genauer wissen"

„Auf dieser sind Schüler, Eltern und Professoren verbunden. Beispielsweise wird das ‚Mitteilungsheft‘ nur noch digital geführt, die Eltern erhalten Informationen unmittelbar und direkt“, führt Fabsits aus. „Nun war es ein relativ kleiner Schritt, diese Plattform auch für den ‚Fernunterricht‘ zu nützen.“ Da das nicht immer gleich reibungslos gehe, wurde ein Journaldienst eingerichtet. Außerdem erhalten alle Schüler individuelles Feedback von ihren Professoren und können sich bei Unklarheiten auch direkt per Mail an diese wenden.

„Wie effektiv dieser digitale Unterricht ist, wird man wohl erst hinterher genauer wissen“, so Fabsits. „Dass der alleinige Fernunterricht jedenfalls eine Notlösung ist, darüber sind sich alle Beteiligten im Klaren: Ist die Schule doch nicht allein Wissensvermittlerin, sondern auch Stätte sozialer Bildung und zwischenmenschlicher Interaktion.“