Festivalsommer-Eröffnung am 29. Mai in Raiding

Vorverkauf für Jubiläums-Kammermusikfest etwa liegt um ein Drittel vor dem der vergangenen Jahre.

Erstellt am 08. Mai 2021 | 04:34
 Eduard und Johannes Kutrowatz
Startschuss für den Festivalsommer. Am 29. Mai soll die Eröffnungsgala zum Lisztfestival Raiding mit Eduard und Johannes Kutrowatz stattfinden.  
Foto: Reinhard Gombas

Der Festivalsommer der Kultur-Betriebe Burgenland (KBB), der unter strenger Einhaltung der COVID19-Maßnahmen stattfinden soll, soll am 29. Mai mit dem Liszt Festival Raiding eröffnet werden.

„Noch sind viele Details ungeklärt. Entscheidend ist letztlich vor allem, ob es gelingt, die Infektionszahlen nachhaltig niedrig zu halten“, sagt KBB-Geschäftsführerin Barbara Weißeisen-Halwax. Man wolle die heurige Saison aber ermöglichen und arbeite daher schon an Sicherheitskonzepten und Vorbereitungen. Die auf dieses Jahr verschobene Produktion „Außer Kontrolle“ bei den Schloss-Spielen Kobersdorf ist mit Start 6. Juli vorgesehen.

Proben für Kobersdorf starten Mitte Mai

Die szenischen Proben sollen Mitte Mai in Wien beginnen, ab Mitte Juni wird in Kobersdorf geprobt. „In der großen Hoffnung, dass keiner von uns erkrankt, wird jeder sein Bestes geben! Als Schauspieltruppe arbeiten wir zum Unterschied von Musiktheater nur mit Erstbesetzung. Wenn einer unserer Protagonisten als ansteckungsverdächtige Kontaktperson bis zu zehn Tage in Quarantäne verharren muss, können in diesem Zeitraum keine Proben stattfinden. Stillstand im Produktionsablauf zieht eine Verschiebung des Premierentermins nach sich. Diese Überlegungen bereiten uns große Sorge“, so Intendant Wolfgang Böck.

Laut Thomas Mersich, kaufmännische Leitung, hat man das große Glück, dass die im Vorjahr gekauften Karten auf heuer umgebucht wurden. „Zurzeit ist das Kaufverhalten jedoch sehr zurückhaltend, was sicherlich auch darauf zurückzuführen ist, dass die derzeitigen behördlichen Vorgaben noch sehr unklar sind. Ich hoffe aber, dass nicht zuletzt aufgrund der Impfungen bis Sommer halbwegs normale Verhältnisse herrschen und unsere Gäste einen unterhaltsamen Theaterabend erleben werden“, so Mersich.

Nicolas Altstaedt
Jubiläum. Mit Freude blickt man in Lockenhaus dem 40. Kammermusikfest entgegen, das Nicolas Altstaedt unter den Titel „Sinneserwachen“ gestellt hat. 
Marco Borgrevve

Schon von 2. bis 4. Juli findet ORGELockenhaus unter dem Motto „Porta Caeli – Tür zum Himmel“ statt – mit, wenn möglich, einem bunten Mix an Veranstaltungen. „Die aktuelle Nachfrage ist sehr im Steigen begriffen, da solche musikalisch-spirituellen Angebote voll im Trend liegen“, so Intendant Wolfgang Horvath. Durch die Einschränkungen der Pandemie habe das Bedürfnis nach Religion sehr zugenommen. Da derzeit nicht einmal Singen in der Kirche erlaubt sei, seien die Menschen ausgehungert nach Orgel- und Sakralmusik. Grundsätzlich wird das Festival Musica Sacra & ORGELockenhaus bis 8. Dezember als Festivalreihe ganzjährig geführt. „Wir sind also terminlich sehr flexibel. Unser zweiter Vorteil ist der Spielort. Aufgrund ihrer Größe eignet sich die Pfarrkirche Lockenhaus sehr dafür, alle Anforderungen wie Mindestabstand und Quadratmeter pro Person zu erfüllen“, so Horvath.

Ein besonderes Thema ist aber der Chorgesang. „Unser Chor Musica Sacra bildet mit der Kammerphilharmonie Lockenhaus das Herzstück unserer Kirchenkonzertreihe. Bekanntlich werden nun einerseits beim Singen die meisten Aerosole versprüht, andererseits ist das Singen mit Maske für einen Laienchor fast sinnlos. Und trotz ihrer Größe bietet die Kirche im Altarraum nicht genug Platz, um Abstand zwischen den Mitwirkenden zu halten. Man wird sehen, ab wann Chorkonzerte möglich sind, ein großes Chor-Orchesterkonzert wird es aber frühestens im Herbst geben. Wir können uns also auf mein 35-jähriges Chorleiter-Jubiläum noch länger freuen“, nimmt es Horvath mit Humor.

Ein anderes Jubiläum soll in Lockenhaus aber schon im Sommer gefeiert werden und zwar 40 Jahre Kammermusikfest unter dem Titel „Sinneserwachen“ von 8. bis 17. Juli. „Wir hoffen, dass das Kammermusikfest mit den Erfahrungen aus dem Sommer 2020 und einem bewährten Präventivkonzept unter Berücksichtigung der aktuellen Vorgaben auch 2021 für alle wieder sicher über die Bühne gehen wird“, so Geschäftsführer Géza Rhomberg. „Zahlreiche Künstler haben ihr Kommen zugesagt wie etwa Gidon Kremer, Sir András Schiff, Heinz Holliger, Vilde Frang, Patricia Kopatchinskaja oder die Kremerata Baltica. Es wird auch einige Events anlässlich der 100-Jahrfeier des Burgenlands geben: am 13. Juli das Konzert fürs Burgenland mit der Kremerata und Gidon Kremer, eine Uraufführung eines Werkes von Kurt Schwertsik sowie die Ausstellung 40 in 100 – 40 Jahre Kammermusik als Teil von 100 Jahren Burgenland.“ Die Nachfrage nach Karten ist jedenfalls groß. „Der Vorverkauf ist grandios – wir liegen zu diesem Zeitpunkt schon ein Drittel über dem Vorverkauf der vergangenen Jahre und es ist abzusehen, dass das Festival wieder nahezu ausverkauft sein wird bei Verdoppelung zahlreicher Veranstaltungen“, so Rhomberg.

Mehrere Eröffnungstage wie im Vorjahr plant man für die Rabnitztaler Malerwochen – und zwar von Donnerstag bis Sonntag in der letzten Juliwoche. Schon Anfang Juli werden Künstler aus Estland und Holland zu Harro Pirch nach Unterrabnitz kommen, jene aus Amerika und Korea dürfen nicht fliegen und mussten absagen.

KUGA nimmt mit 19. Mai wieder Betrieb auf

In der KUGA wird der Betrieb mit 19. Mai wieder hochgefahren. „Wir haben schon im Vorjahr entsprechende Konzepte ausgearbeitet und werden diese noch adaptieren. Ab sofort beginnen wieder Sprach- und Bewegungskurse, alle Veranstaltungen, die nicht bereits verschoben wurden, werden ebenso stattfinden“, so Obmann Mani Bintinger. Den Auftakt macht ein wissenschaftlicher Beitrag von Nikola Zeichmann zum Krowodnrock, gefolgt von der Vorpremiere des KUGA-Musicals „Odyssee 21“.

„Wir fahren sowohl mit Lesungen und Ausstellungen als auch mit Kabarett fort. Im Sommer wird es wieder unser Croatisada-Open-Air-Festival geben“, so Bintinger. Die Voraussetzungen für den Veranstaltungsbetrieb seien ähnlich wie im Oktober/November des Vorjahres. „Es ist ein professionelles Präventionskonzept samt Corona-Beauftragtem nötig, zusätzlich muss der Zutritt laut ‚grünem Pass‘ kontrolliert werden, was heißt, dass Personen entweder genesen, geimpft oder getestet sein müssen. Aus jetzigem Stand ist in der KUGA ein Betrieb bis zu 250 Personen mit zugewiesenen Sitzplätzen möglich und das werden wir auch in Anspruch nehmen.“