Schlaflabor Oberpullendorf hat neue Ausstattung. Die Kapazitäten im Schlaflabor des Spitals Oberpullendorf wurden verdreifacht und die Wartezeit damit erheblich verkürzt.

Von Sarah Tesch. Erstellt am 27. November 2019 (10:03)
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Manfred Degendorfer, kaufmännischer Direktor des Krankenhauses Oberpullendorf, Dr. Paul Gabriel, Primar der Internen Abteilung des Krankenhauses, Landesrätin Astrid Eisenkopf, KRAGES-Geschäftsführer Harald Keckeis, Pflegedirektorin Bettina Schmidt, Stefan Binder, ärztlicher Leiter des Schlaflabors, biomedizinische Analytikerin Elisabeth Handler und der ärztliche Direktor Herbert Tillhof freuen sich über die Erneuerung des Schlaflabors. Foto: Landesmedienservice
Landesmedienservice

Während des Schlafes wird das Immunsystem gestärkt, der Körper erholt sich und Tageseindrücke werden vom Kurzzeitgedächtnis in das Langzeitgedächtnis verschoben. Dementsprechend wichtig sei gesunder Schlaf, erklärte Dr. Paul Gabriel, Primar der Internen Abteilung am Krankenhaus Oberpullendorf bei einer Pressekonferenz.

Die Burgenländische Krankenanstalten Gesellschaft KRAGES präsentierte das neue Schlaflabor im Spital Oberpullendorf: Von einem Messplatz wurde auf drei erweitert, die Wartezeit wurde damit erheblich verkürzt.

Elisabeth Handler zeigt am Probanden Stefan Schedl, wie eine Untersuchungsnacht im Schlaflabor aussieht. Foto: Sarah Tesch
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„Statt bis zu einem Jahr wird mit dem neuen Schlaflabor die Wartezeit auf rund zwei Monate verkürzt“, führt Gabriel weiter aus. Auch Landesrätin Astrid Eisenkopf gratulierte zu der Erweiterung und hob die verkürzten Wartezeiten hervor. Sie bekräftigte einmal mehr die von Landeshauptmann Hans-Peter Doskozil gegebene Standortgarantie für die burgenländischen Spitäler. Ab sofort können 650 bis 700 Patientinnen und Patienten pro Jahr im Schlaflabor Oberpullendorf untersucht werden.

„Die Messplätze verfügen nun über ein Wireless-System, mit dem sich die Patientinnen und Patienten freier bewegen können. Früher waren die Menschen im Kopfbereich verkabelt und eingeengt“, erklärte die biomedizinische Analytikerin Elisabeth Handler.

Betroffene merken Atemaussetzer selbst kaum

Die KRAGES reagierte damit auf den Anstieg von schlafbezogenen Atmungsstörungen, sogenannten Schlaf-Apnoen. Dabei halten die Schlafenden manchmal bis zu einer halben Minute und länger die Luft an, ohne es zu merken. Diese Schlaf-Apnoen werden von den Betroffenen selbst selten bemerkt und äußern sich etwa in Müdigkeit, Erschöpfung und der Unfähigkeit, in der Früh aus dem Bett zu kommen. Schätzungsweise jeder zehnte Österreicher leidet darunter, im Burgenland sind etwa 20.000 bis 30.000 Menschen davon betroffen.

„Zwei Drittel der Patienten sind männlich, die meisten davon um die 60. Aber auch Jüngere kommen ins Schlaflabor“, so Stefan Binder, der ärztliche Leiter des Schlaflabors. Hauptursache dafür sei Übergewicht. Dies sei problematisch beim Liegen, da so die Atemwege blockiert werden können. Schlaganfälle, Herzinfarkte, Depressionen und Demenz können Langzeitfolgen eines gestörten Schlafs sein. Behandelt werden Schlafapnoen häufig mit Schlafmasken, die mit einem Luftstrom durch Nase und Mund die Atemwege freihalten.

„Das Schlaflabor in Oberpullendorf ist das einzige im Burgenland, wir haben hier eine Vorreiterrolle“, betont KRAGES-Geschäftsführer Harald Keckeis. Etwa 180.000 Euro sind dafür investiert worden, 100.000 davon in medizinische Geräte.

Für umfassende Untersuchungen im Schlaflabor (Polysomnographien) wird ein Befund sowie eine Überweisung eines Facharztes benötigt. Oft übernehmen dies HNO-Ärzte oder Spezialisten für Lungenheilkunde. In einer Nacht auf einer Messstation werden Funktionen wie Herzrhythmus, Sauerstoffgehalt des Blutes, Atemfluss und Muskelspannung gemessen.