Nikitsch: Johann Balogh ist seit 28 Jahren Ortschef. Johann Balogh ist seit 1992 Bürgermeister der Gemeinde Nikitsch und somit der am längsten dienende Bürgermeister im Bezirk. Am 7. Mai wurde er 70.

Von Isabella Kuzmits. Erstellt am 15. Mai 2020 (06:10)
70 und kein bisschen leise. Johann Balogh will jedenfalls noch bis 2022 Bürgermeister bleiben. Den Sportverein lenkt er bereits seit über 40 Jahren als Obmann.
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Mit der BVZ sprach Johann Balogh über drei Jahrzehnte Gemeindepolitik und den Sport als Ausgleich dazu.

BVZ: Was war Ihre Motivation, überhaupt in die Kommunalpolitik zu gehen?

Johann Balogh: Ich habe mich 1980 dazu entschlossen, der SPÖ Nikitsch beizutreten und bin dann 1982 in den Gemeinderat eingezogen, weil ich etwas in der Gemeinde beitragen wollte und weil junge Leute gesucht worden sind. Von 1987 bis 1992 habe ich dann auch das Amt des Vizebürgermeisters ausgeübt.

BVZ: Warum haben Sie sich 1992 dazu entschlossen, für das verantwortungsvolle Amt des Bürgermeisters zu kandidieren?

Johann Balogh: Ich habe eigentlich nicht damit gerechnet, dass ich einmal Bürgermeister werden würde. Besonders da es vorher noch keinen SPÖ-Bürgermeister in Nikitsch gegeben hat. Bei der Wahl 1992 wurde der Bürgermeister erstmals auch direkt gewählt. Aber da ich schon Vizebürgermeister war, habe ich mir gedacht, warum sollte ich diese Chance nicht ergreifen. Ich hatte schon damals viele Ideen, die ich gerne verwirklichen wollte.

BVZ: Was gefällt Ihnen am Bürgermeister-Amt am Besten?

Johann Balogh: Am „Job“ des Bürgermeisters gefällt mir am Besten, dass ich für unsere Gemeindebürger etwas machen und erreichen kann. Es freut mich immer sehr, wenn neue Projekte gelingen und verwirklicht werden.

BVZ: Was empfinden Sie am Bürgermeister-Amt als größte Herausforderungen?

Johann Balogh: Die größte Herausforderung für mich ist es, ständig erreichbar zu sein. Die Bürger haben sowohl am Wochenende als auch abends Fragen und daher versuche ich, rund um die Uhr ein offenes Ohr für sie zu haben.

BVZ: Auf welche Projekte sind Sie besonders stolz, die in Ihrer Zeit als Bürgermeister umgesetzt worden sind?

Johann Balogh: In meiner Zeit als Bürgermeister wurden viele Projekte umgesetzt, auf die ich stolz bin – angefangen bei meinem ersten Projekt, der Mülldeponie in Nikitsch. Mittlerweile haben wir genehmigte Deponien in allen drei Ortsteilen. Des Weiteren waren mir der Hochwasserschutz ein großes Anliegen, da es oft zu Überschwemmungen in den Ortsgebieten gekommen ist, sowie der Bau des SeneCura Pflegezentrums im Jahr 2005. Mittlerweile haben wir das Pflegezentrum von 28 auf 72 Betten vergrößert. Weitere wichtige Projekte waren außerdem die Errichtung des Windparks im Jahr 2010, der Bau der Veranstaltungshalle im Jahr 2005, die Errichtung von Wohnungen, der Neubau der Volksschule und des Kindergartens (2017) sowie der Neubau des Feuerwehrhauses in Kroatisch Geresdorf, welcher gerade stattfindet.

BVZ: Was möchten Sie für die Gemeinde Nikitsch noch erreichen?

Johann Balogh: Für die Zukunft der Gemeinde ist es wichtig, die Abwanderung zu stoppen. Hier müssen wir uns neben günstigen Bauplätzen weitere Ideen einfallen lassen. Es würde mich auch freuen, wenn sich eine Firma ansiedeln würde und wir Eignungszonen für weitere Windräder erhalten würden. Ein wichtiges Projekt, das wir gerade angefangen haben, ist die Suche nach einem neuen Hausarzt, da Gerhard Prior im Herbst seine Pension antritt. Gemeinsam mit dem neuen Arzt werden wir eine neue Ordination bauen.

BVZ: Warum sind Sie ein stolzer Niktischer?

Johann Balogh: Ich bin gerne ein Nikitscher, weil ich hier aufgewachsen bin und ich mich schon seit meiner Jugendzeit für die Gemeinde engagiere. Allein im Sportverein bin ich schon seit 1965 aktiv, seit 1977 auch als Obmann. Nikitsch ist für mich einfach eine lebenswerte Gemeinde und es freut mich, wenn die Leute sagen, dass sich hier etwas tut.

BVZ: Wie sehen Sie Ihre politische Zukunft?

Johann Balogh: Bis 2022 werde ich auf jeden Fall einmal Bürgermeister bleiben. Alles andere wird sich ergeben und hängt auch von der Gesundheit ab.

BVZ: Wie verbringen Sie Ihre politikfreie Zeit am liebsten?

Johann Balogh: Viel politikfreie Zeit habe ich nicht. Aber wenn ich einmal Zeit habe, verbringe ich sie am liebsten mit meiner Frau Anna und meiner Familie. Außerdem gehe ich gerne auf den Sportplatz.

BVZ: Wie haben Sie Ihren 70. Geburtstag gefeiert?

Johann Balogh: In Zeiten von Corona habe ich meinen 70er im kleinen Kreis mit meiner Familie und einigen Freunden gefeiert. Eine größere Feier möchte ich aber nachholen, sobald das wieder möglich ist.

BVZ: Was ist Ihr größter Geburtstagswunsch?

Johann Balogh: Mein größter Wunsch ist, dass ich und meine Familie gesund bleiben, ich weiterhin für die Gemeinde aktiv sein kann und noch weitere Projekte zum Wohle der Gemeinde umsetzen kann.