Martina Mohapp macht seit 30 Jahren Mode nach Maß

Vor drei Jahrzehnten machte sich Modedesignerin Martina Mohapp selbstständig. Seither hat sie einige Haute Couture-Preise und sehr viele Kunden gewonnen.

Erstellt am 16. August 2020 | 05:22
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Mit der ersten Nähmaschine und aktuellen Modellen. Martina Mohapp wollte heuer mit einem Fest und einem Tag der offenen Tür ihr Atelier-Jubiläum feiern. „Coronabedingt habe ich das auf das kommende Jahr verschoben. Dann feiere ich 30 plus“, meint Mohapp. Seit Oktober 2008 ist sie Innungsmeisterin der Burgenländischen Kleidermacher und sie setzt sich auch als Vorsitzende bei „Frau in der Wirtschaft“ im Bezirk für andere Unternehmerinnen ein.
Foto: Grabner

Modepuppen in extravaganten Abendroben ebenso wie in Tageskleidern von schlichter Eleganz stehen an der Stelle, wo vor Jahrzehnten noch das Einsatzfahrzeug der Stoober Feuerwehr gestanden ist. 2001 hat Modedesignerin Martina Mohapp mit ihrem Atelier eine bleibende Heimat gleich neben dem Stoober Gemeindeamt gefunden. Damals kaufte sie das ehemalige Feuerwehrhaus und baute es – obwohl nur die Außenwände stehen geblieben sind – in nur drei Monaten zu ihrem Modeatelier um.

Die Geschichte des Modeateliers Martina Mohapp beginnt aber schon etwa ein Jahrzehnt früher – genauer gesagt am 1. August 1990. Damals eröffnete Mohapp in ihrem Elternhaus ihr erstes Atelier, ehe sie damit nach einem Jahr zunächst ins Einkaufszentrum Stoob Süd und später in die Oberpullendorfer Hauptstraße übersiedelte.

„Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht und liebe mein Geschäft noch genauso wie vor 30 Jahren. Ich habe noch keinen Tag bereut.“ Martina Mohapp

Das Fensterbrett über dem Tisch für Kundengespräche in ihrem heutigen Atelier ziert eine putzige kleine Nähmaschine. „Das war meine erste Nähmaschine, die habe ich im Alter von drei Jahren bekommen“, verrät Mohapp, dass sie schon von Kindesbeinen an ein Faible für schöne Kleider hatte. „Beim Spielen habe ich meine Puppen und mich hunderte Male umgezogen, der Garten war mein erster Laufsteg“, erinnert sie sich. Und so entschied sie sich nach dem Besuch der Hauptschule bzw. der landwirtschaftlichen Fachschule für Mädchen und einem Jahr Arbeit in der Triumph mit 17 Jahren die vierjährige Fachschule für Mode- und Bekleidungstechnik in Oberwart zu besuchen. Danach arbeitete sie in einer Maß- und Änderungsschneiderei in Wien Hietzing, ehe sie im April 1990 die Meisterprüfung abgelegt, um sich noch im selben Jahr selbstständig zu machen.

„Anfangs hatte ich einen Bügelladen, einen Zuschneidetisch und einen Anproberaum. Es hat mir total Spaß gemacht. Mein erstes Brautkleid war eine Bombenwerbung für mich“, meint Mohapp. Heute hat sie Kunden aus ganz Burgenland, aber auch Niederösterreich und Wien, darunter Schauspielerinnen, Models und Politikerinnen. „Manche Kunden kommen mit einer fixen Vorstellung oder sogar einem Foto, andere wollen wissen, was Ihnen passen würde oder was gerade die Trends sind“, plaudert Mohapp im wahrsten Sinn des Wortes aus dem Nähkästchen. „Ich glaube, ich habe mittlerweile durch meine Erfahrung und Menschenkenntnis ein gutes Feeling dafür, was die Kunden haben möchten.“ Viele kommen, um sich ein Outfit für besondere Anlässe schneidern zu lassen, aber auch Trachten liegen im Trend und manche brauchen einfach den perfekten Businesslook. „Das Schöne bei der Maßarbeit ist, dass man Kollektionen immer erweitern kann“, so Mohapp.

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So sehen Sieger aus. Haute Couture-Award 2019-Gewinnerin Martina Mohapp mit Miss Vienna Beatrice Körner, die Mohapps Siegermodell trägt.
BVZ

Inspiration für ihre modischen Kreationen holt sich die Modedesignerin in Städten, in der Natur, im Urlaub, in der Nacht, ... „Keine Ahnung, ich kann eine Wiese sehen mit vielen Farben oder ein Gebäude – ich sehe etwas und habe ein Kleid vor meinem geistigen Auge“, schildert Mohapp, die auch über einen siebenten Sinn für Farben zu verfügen scheint. „Ich habe ein gutes Gefühl dafür, welcher Trend kommt, ich weiß nicht weshalb, das kommt einfach so.“ So hat sich Martina Mohapp für den heurigen Wiener Opernball, den sie schon in guter Tradition gemeinsam mit Kundinnen besucht, ein Kleid in Eisblau geschneidert. Und Eisblau ist auch just die Farbe des Tülls, den die Jury für die Modelle des heurigen Haute Couture Awards vorgegeben hat. Den Haute Couture Award 2019 durfte Mohapp übrigens mit nach Stoob nehmen, nachdem sie die Jury unter den 40 teilnehmenden Maßschneidern mit ihrem Blattkleid überzeugt hatte. Nicht nur der Stoff, sondern auch das Thema „Erde und Nachhaltigkeit“ waren vorgegeben gewesen. Zuvor hatte Mohapp schon drei dritte Plätze (2005, 2009 und 2012) gemacht sowie einen ersten Platz unter 16 Nationen bei einem Kongress in Treviso.

Mit noch größerer Freude als ihre Preise erfüllt es Mohapp aber, wenn Kunden nach einem Anlass mit Fotos ins Geschäft kommen und schildern, dass das Tragen ihrer Kreationen das Fest für sie noch schöner gemacht habe. „Ich freue mich, wenn ich jemanden schön machen kann.“