Koó feierte: Seit über 100 Jahren Blaudruck in Steinberg-Dörfl

Erstellt am 08. August 2022 | 10:38
Lesezeit: 4 Min
Der Familienbetrieb Koó feierte sein 101. Jubiläum.
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Das Unternehmen Koó macht seit über 100 Jahren erfolgreich „blau“, wurde 1921 gegründet und ist genauso alt wie das Burgenland. Joseph und Miriam Koó führen den Familienbetrieb in dritter Generation.

Beim Jubiläumsfest gratulierten zahlreiche Fest- und Ehrengäste dem traditionellen Blaudruck-Familienunternehmen zum 101. Jubiläum. Begrüßt wurden unter anderem Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Landesrat Heinrich Dorner, Nationalratsabgeordneter Nikolaus Berlakovich sowie Vizebürgermeister Stefan Guczogi. 

Landeshauptmann Doskozil erinnerte sich: „Als ich Kind war, gab es in jedem Haushalt ein Fiata, die typisch burgenländische, blaue Schürze. Daher spiegelt für mich der Blaudruck auch die Identität und Vielfalt unseres Landes wider und das Unternehmen Koó macht diese Tradition und Wurzeln greifbar.“

Für Doskozil hat das Vorzeigeunternehmen Koó bedeutende Impulse geliefert und sich große Verdienste um die Pflege des kulturellen Reichtums erworben. Heute gibt es nur noch zwei Blaudruck-Werkstätten in ganz Österreich, auch europaweit ist das Familienunternehmen eines von nur wenigen dieser Zunft. „Ich danke der Familie Koó und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr großes Engagement, um dieses wertvolle Handwerk zu erhalten“, so Doskozil. 

2010 wurde der Original Burgenländische Indigo-Handblaudruck in das „UNESCO“-Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Österreich aufgenommen, seit 2018 zählt er zum immateriellen Weltkulturerbe. Joseph und Miriam Koó bedankten sich bei allen Gästen für ihr Kommen und allen Beteiligten für die Unterstützung, sowie Kunden und Kooperationspartnern.

„Unsere Arbeit dauert immer so lange, bis sie fertig ist. Wir beschleunigen nichts. Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man daran zieht“, erklären Joseph und Miriam Koó, die betonen, dass sie gerne Neues ausprobieren und die Tradition und das Handwerk des Blaudruckes lebendig halten. 

Der Steinberger Kirchenchor unter der Leitung von Ernst Tillhof gab Gesangliches zum Besten und hatte ein „Blaudruck-Gstanzl“ einstudiert. Der kirchliche Segen fand durch Diakon Stefan Guczogi statt. Im Rahmen des Festakts erfolgte zudem die Buchpräsentation von „100 Jahre blau gemacht“ und die Besichtigung der Ausstellung von Miriam Schwack-Koó und der Werkstätte.

Für stimmungsvolle Unterhaltung sorgten „The Hopfen Swingers“ mit Albert Wieder. Für kulinarische Schmankerl sorgte „Anna kocht“. Zudem gab es einen Blaufränkisch von Winzer David Kerschbaum mit speziellen Blaudruck-Etiketten und Blaudruck-Kaplan-Pralinen zu verkosten. 

Bei Familie Koó steht außerdem eine Rarität: die weltweit letzte Druckmaschine aus den 1930er-Jahren, die noch im Betrieb ist.

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