Neues Buch ist „wie ein Puzzlespiel oder eine Kette“. Im Herbst erscheint ein neuer Erwachsenenroman von Jutta Treiber zum Thema Tod. Aktuell arbeitet sie an einem Kinderbuch.

Von Michaela Grabner. Erstellt am 18. August 2018 (07:19)
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Zuwachs im „persönlichen“ Bücherschrank. Ein neuer Roman erscheint, dessen Cover die Halskette von Autorin Jutta Treiber zieren wird.

BVZ: Im Oktober erscheint Ihr neuer Roman „Halt den Mund, sagte die Mutter und dann starb sie“ in der edition lex liszt 12. Wovon handelt er?

Treiber: Zentrales Thema ist der Tod. Es geht um den Tod verschiedener Menschen und um Abschiede. Das Buch ist wie ein Puzzlespiel oder eine Kette, die auch am Cover abgebildet ist. Es besteht aus einzelnen Geschichten, die zu einem Ganzen zusammengefügt werden. Zum Schluss sollte ein ganzes Bild entstehen. Man kann sich das auch wie ein Memory vorstellen.

Warum haben Sie sich dieses Thema gewählt?

Der Roman hat eine eigenartige Entstehungsgeschichte. Vor fünf Jahren habe ich einen Roman begonnen, den ich aber abgebrochen habe, weil ich keine Zeit, Energie oder andere Projekte hatte. Und ich habe noch zwei Romane begonnen, wo ich nur Kurztexte geschrieben habe. Diese Fragmente habe ich bei Lesungen vorgetragen und immer wieder haben mir Leute gesagt, ich soll das fertig schreiben, weil es spannend ist. Drei oder vier Romane für Erwachsene schaffe ich aber nicht mehr in diesem Leben habe ich mir gedacht und da es bei allen Texten ums Thema Tod geht konnte ich sie in einem Roman zusammenfassen.

„Roman war so schwierig zu schreiben, weil er nicht chronologisch aufgebaut ist“

Wie sind Sie dabei genau vorgegangen?

Ich habe den Roman wie einen Film aus einzelnen Sequenzen zusammengeschnitten. Daher war der Roman so schwierig zu schreiben, weil er nicht chronologisch aufgebaut ist. Ich musste überlegen, wie ich diese einzelnen Teile zusammenbringe, Verbindungen herstelle und wie ein Teil wiederkommt wie bei einem Memory.

Der Titel macht neugierig. Wie ist dieser entstanden?

Ich habe zwei Titelideen gehabt. „Alle Toten sind noch da“ und eben „Halt den Mund sagte die Mutter und dann starb sie“. So fängt auch ein Kapitel im Buch an und meine Lektorin und meine Familie haben mich bestärkt, diesen Titel zu nehmen. Er passt auch zu den anderen Geschichten.

Wer schon neugierig ist, darf sich auf den 10. Oktober freuen, denn da werden Sie Ihr Buch im Kino präsentieren.

Die Buchpräsentation wird um 19.30 Uhr von Landesrätin Astrid Eisenkopf eröffnet, Willi Frühwirth wird für die musikalische Umrahmung sorgen. Wir werden dabei gleich meinen 70er vorfeiern, der im Jänner sein wird, sowie 30 Jahre freiberufliche Schriftstellerin.

Seit drei Jahrzehnten sind Sie nun als freiberufliche Schriftstellerin tätig. Welches war Ihr allererstes Buch?

Mein erstes Buch war der Kurzgeschichtenband „Ich will eine Geschichte schreiben“, der 1977 erschienen ist. Seither habe ich über 50 Bücher geschrieben und heuer meine 3.000 Lesung gehalten, die in Holzschlag stattgefunden hat.

Viele Ihrer Werke sind auch in anderen Ländern erschienen – bisher wurden sie in 23 Sprachen übersetzt.

Demnächst wird mein Bilderbuch „Die Wörter fliegen“ ins Chinesische übersetzt. Es ist nach „Weil das wird immer so sein“ und „Der blaue See wird heute grün“ mein drittes Buch, das in Chinesisch erscheint. Außerdem ist „Der Angstdrache“ mit zwei anderen Geschichten unter dem Titel „Ein komischer Vogel“ als Hörbuch herausgekommen.

Gibt es aktuell ein Buch, an dem Sie schreiben?

Ich habe ein neues Kinderbuch begonnen, das die Thematik Kleinstadtleben aufbereitet. Es geht um einen pensionierten Journalisten, der erst als Kriegs- und später als Sportberichterstatter um die Welt gereist ist und in die Kleinstadt zurückkehrt, weil er Ruhe haben will. Doch bald wird im die Ruhe zu viel und als er die vielen leer stehenden Geschäfte sieht, mietet er eines und verkauft das einzige, was er hat – Zeit. Es entsteht eine Art kleines Kommunikationszentrum und so wird das Viertel wieder belebt.