Geschmackvolle Äpfel dank viel Sonnenschein. Die Qualität ist zufriedenstellend, die Marktsituation von Jahr zu Jahr eine Herausforderung für die Produzenten.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 11. September 2019 (03:56)
Im Obstgarten. Die Obstbauern wie Obstbaupräsident Johann Plemenschits sind mitten in der Ernte.
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Bis etwa Allerheiligen dauert die Apfelernte, die vor einigen Tagen begonnen hat. Rund 16.000 bis 17.000 Tonnen Äpfel werden im Burgenland jährlich geerntet. Nach der Rekordernte 2018 erwartet man laut Burgenlands Obstbaupräsident Johann Plemenschits österreichweit eine ertragsmäßig um 22 Prozent geringere Ernte als im Vorjahr.

„Die Qualität ist grundsätzlich in Ordnung. Die Äpfel sind nicht so groß, weil es trocken war, aber vom Geschmack sehr gut wegen der vielen Sonne“, erklärt Plemenschits. Mit dem Wetter habe man zu kämpfen gehabt, da es von Juni bis August nicht viel geregnet habe. „Das war nur möglich, wenn man eine Bewässerung hat“, weiß Plemenschits aus eigener Erfahrung.

"Äpfel sind nicht so groß, weil es trocken war, aber vom Geschmack sehr gut wegen der vielen Sonne“

Was dem Obstbaupräsident Sorge bereitet, ist die generelle Marktsituation. „Unser Produkt wird immer weniger wert, aber die Auflagen in der Produktion immer mehr. Das passt nicht zusammen. Durch den überregional gesättigten Markt werden Kundenwünsche vielfältiger und schwerer zu erfüllen“, schildert er. Die Jahre 2016 und 2017 seien von Frost überschattet gewesen, 2018 habe es dann eine sehr schöne Ernte gegeben, was aufgrund der Erntemengen nicht immer gleichbedeutend mit guten Preisen ist.

„2017 habe ich für meine Pressäpfel mehr bekommen als für die schönen Äpfel von der 2018er-Ernte“, rechnet Plemenschits vor. Heuer habe der Frost in Polen viel Menge genommen.

„Daher wird in ganz Europa ziemlich exakt der Bedarf wachsen. Das wird helfen bessere Produktpreise zu erzielen“, weiß Plemenschits. „Aber darauf zu hoffen, dass die Natur das Problem löst ist keine Strategie.“ Ähnlich sieht er die vom Land gewünschte Biowende. „Es ist mir zu vereinfacht zu sagen, wir machen alles bio“, meint er. „Wenn die Wünsche und Regeln an die Produktion so sind, müssen diese in Konsequenz die ganze Handelskette durch so sein, dann dürfen auch die Konsumenten nur bio kaufen.“