Kobersdorf

Erstellt am 06. März 2019, 04:00

von Elisabeth Tritremmel

Brett Leighton: Von Sydney nach Kobersdorf. Brett Leighton ist gebürtiger Australier und wohnt seit Kurzem im Bezirk. Am 17. März wird er ein Orgelkonzert geben.

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„Es waren viele Umwege“, meint Brett Leighton auf die Frage, wie er von Sydney in Australien nach Kobersdorf ins Mittelburgenland gekommen ist. 1978 kam er vom anderen Ende der Welt nach Wien und begann dort seine dreijährige Ausbildung an der Musikuni. „Aus den drei Jahren sind jetzt 41 geworden“, erzählt er schmunzelnd.

Denn nach der Ausbildung in Wien wollte er noch eine Ausbildung zum Cembalist machen, woraufhin es ihn in die Schweiz nach Basel verschlug. Seit 1994 ist er als Lehrender für Orgel und Cembalo an der Bruckneruni in Linz tätig. In einer Hinsicht sei er aber Australier geblieben: „Ich mag die strengen Winter nicht.“ Daher machte er sich auch auf die Suche nach einem Domizil im Mittelburgenland und wurde in Kobersdorf fündig. Die Ruhe und das pannonische Klima gefallen ihm besonders.

„Australien ist ein weites Land, aber auch ein junges Land, es gibt dort etwa keine Schlösser wie in Kobersdorf, hier ist das Schloss ja prägend“, meint Leighton. Ein weiterer Punkt ist die Nähe zu Wien, denn nach seiner Pensionierung möchte er sich auch musikwissenschaftlich mit historischen Tasteninstrumenten beschäftigen.

„Das Wohnzimmer ist das Musikzimmer“

Die Musik ist in seinem Haus in Kobersdorf allgegenwärtig. „Mein Wohnzimmer ist ein Musikzimmer“, meint er. Dort finden sich eine Hausorgel, zwei Cembali sowie ein Clavichord, ein historisches Tasteninstrument. „Ich habe vor zwei Jahren eine nachgebaute gotische Orgel von einem ehemaligen Lehrer geerbt und bin dabei, für diese ein neues Zuhause zu suchen“, erzählt er über ein weiteres Instrument in seinem Besitz.

Am 17. März wird Brett Leighton gemeinsam mit Annegret Siedel ein Konzert in der Evangelischen Kirche in Kobersdorf spielen. Auf dem Programm des Konzertes werden Werke von Johann Kaspar Kerll, Heinrich Ignaz Franz Biber und Johann Sebastian Bach stehen. „Die Orgel in der Evangelischen Kirche ist für Bach geeignet, das ist ein besonderer Glücksfall. So entstand auch die Idee, gemeinsam mit Annegret Siedel das Konzert zu spielen“, führt er aus. Leighton wird mit der Orgel und dem Cembalo musizieren, Annegret Siedel mit Barockviolinen. Beginn des Konzerts ist um 16 Uhr.

„Unglaublich reiches historisches Erbe“

Das Verständnis auch für alte Musik zu wecken, ist dem Lehrenden an der Bruckneruni ein wichtiges Anliegen. „Die Orgel hat ein unglaublich reiches Erbe. Für dieses Instrument gibt es Musik aus dem 14. Jahrhundert und auch heute noch wird für die Orgel komponiert“, führt er aus. Daher ist es ihm auch ganz wichtig, in Linz Leute auszubilden, die mit der historischen Tradition der Orgelmusik umgehen können und sie dennoch persönlich interpretieren. Er betreute in Linz schon Diplomanden aus Japan, USA, Frankreich und Deutschland. „Man braucht offene Ohren“, meint Brett Leighton.

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