2.850 Urlaubstage verschenkt. Michaela Grabner über den hohen Wert freiwilliger Leistungen.

Von Michaela Grabner. Erstellt am 13. März 2019 (03:49)

Die Feuerwehr gehört zu jenen Organisationen, deren Leistungen in der Gesellschaft grundsätzlich breite Anerkennung erfährt. Was viele aber nicht wissen, ist, dass es mit Ausnahme einiger größerer Landeshauptstädte und Betriebe keine Berufsfeuerwehren in Österreich gibt.

Wenn man also wie im Fall der Stadtfeuerwehr Oberpullendorf im Schnitt jeden dritten Tag ausrückt, tun dies die Kameraden in ihrer Freizeit – freiwillig und unentgeltlich. Doch mit den Einsätzen alleine ist es nicht getan, denn der Umgang mit den Geräten will gelernt sein, Fahrzeuge gehören gewartet, Geld bei Sammlungen oder Veranstaltungen lukriert, da die Wehren in der Regel auch selbst zu Neuanschaffungen beisteuern, etc.

Von den Kameraden der Stadtfeuerwehr wurden im Vorjahr 22.782 Stunden Freizeit investiert, das würde in etwa 2.850 Urlaubstagen entsprechen. Oder anders gerechnet: Müsste man jemand für diese freiwillig geleisteten Tätigkeiten bezahlen, würde dies bei einem Stundensatz von 20 Euro über 450.000 Euro ausmachen. Wenn beim nächsten Stammtisch-Gespräch also darüber debattiert wird, ob zuviel Geld für die Feuerwehren ausgegeben wird, sollte man auch in Betracht ziehen, was der Gesellschaft dank deren freiwilliger Leistungen erspart wird.