Das Richtige aus den Zahlen lesen. Michaela Grabner über die Wichtigkeit eines kritischen Umgangs mit Statistiken.

Von Michaela Grabner. Erstellt am 22. November 2017 (08:55)

„Glaube nur der Statistik, die du selbst gefälscht hast“, lautet eine oft zitierte Redewendung. Vorige Woche wurde die Gemeindefinanzstatistik für 2016 präsentiert, die wichtige finanzielle Kenndaten der Gemeinden wie die Pro Kopf-Verschuldung oder die freie Finanzspitze, also den freien Finanzierungsspielraum der Gemeinden nach Abzug der Fixkosten, ausweist.

Im Gegensatz zur Marktforschung, wo Statistiken durch Herauspicken einzelner Werte oft bewusst so dargestellt werden, dass sie dem Auftraggeber gefallen, kann man davon ausgehen, dass das Land nicht einzelne Gemeinden besser oder schlechter darstellen will, als deren finanzielle Lage ist. Dem interessierten Bürger ist es also so möglich, die finanzielle Situation seiner Gemeinde im Vergleich mit anderen Gemeinden im Land einzuordnen.

Dabei darf aber nicht übersehen werden, dass Zahlen über ein einzelnes Haushaltsjahr immer eine Momentaufnahme bedeuten und nur eine Betrachtung über mehrere Jahre eine wirklich aussagekräftige Analyse der Finanzsituation einer Gemeinde zulässt. Vor einer bewusst „fälschlichen“ Darstellung braucht man sich in dem Fall nicht zu fürchten. Vorsicht ist aber vor „falschen“ Interpretationen geboten.