Der Preis steigert die Erwartungen. Thomas Prunner über die Problematik der Winter-Transfers.

Von Thomas Prunner. Erstellt am 23. Januar 2019 (01:00)

„Es ist extrem schwierig, im Winter gute Spieler zu bekommen.“ Ein Satz, den man dieser Tage von vielen Funktionären im burgenländischen Fußball-Unterhaus hören kann. Vor allem von jenen, die Mannschaften betreuen, die mitten im Auf- oder Abstiegskampf stehen und aktuell auf der Suche nach Verstärkungen sind.

Ein Spieler, der viele Tore schießt oder durch seine konstant guten Leistungen im Herbst aufgefallen ist, weckt dann in der Winterpause naturgemäß auch die Begehrlichkeiten anderer Vereine. Die begehrten Akteure von ihren aktuellen Vereinen loszueisen gestaltet sich aber häufig sehr schwierig. Grund dafür: Viele Klubs statten ihre Spieler mit Vereinbarungen aus, die die Kicker zumindest über eine komplette Saison binden. Aber auch Vereine, die ohne solche Verträge arbeiten, lassen ihre Spieler in der Winterpause nur äußerst ungern ziehen. Völlig verständlich. Wer gibt schon gerne einen Schlüsselspieler her?

Die letzte Möglichkeit, den Wunschspieler doch noch zu verpflichten, ist dann oft das Bezahlen einer Ablöse, zusätzlich garniert mit tollen Gehaltsangeboten. Verlockungen also, denen nur schwer zu widerstehen ist. Jedoch muss der Ruf des Geldes nicht immer der richtige Weg sein. Denn die überhohen Erwartungen an die Spieler sind dann meistens gar nicht zu erfüllen. Was am Ende droht? Die große Ernüchterung – und zwar auf beiden Seiten.