Sperrstunde für viele Gasthäuser. Michaela Grabner über „unwirtliche“ Zeiten in der Gastronomie.

Von Michaela Grabner. Erstellt am 06. März 2019 (03:33)

Wenn der Stooberhof Mitte des Jahres seine Pforten schließt, reiht er sich leider in eine immer längere Liste an Traditionsgasthäusern im Bezirk ein, die mangels eines Nachfolgers zusperren mussten. Auflagen, Pachtzins, „unwirtliche“ Arbeitszeiten und andere Rahmenbedingungen sorgen dafür, dass bei den meisten erst gar kein Gusto aufs Wirt Werden entsteht.

Mit dem Verlust eines Gasthauses geht immer auch der eines Kommunikationszentrums und einer Veranstaltungsstätte einher. Dort wo vor Jahren noch ein Bier am Stammtisch getrunken oder beim Ball getanzt wurde, werden jetzt beispielsweise Cannabispflanzen für medizinische Zwecke gezüchtet (ehemaliges Gasthaus Derdak in Großwarasdorf), finden sich Wohnungen und das SPÖ-Bezirksbüro (ehemaliges Gasthaus Strommer in Oberpullendorf) oder werden bald Patienten in einer Arztpraxis ein- und ausgehen (ehemaliger Burgenländerhof in Pilgersdorf).

Natürlich ändert das nichts an der Problematik, einen Veranstaltungs- und Kommunikationsort verloren zu haben. Aber man hat auch etwas gewonnen, denn ein genutztes Gebäude ist immer besser als ein langfristiger Leerstand.