Verlust für die Dorfgemeinschaft

Über die Schließung des Kaufhauses Lex.

Erstellt am 20. August 2020 | 03:45
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Kaufhäuser sind ein wichtiger Punkt für die Nahversorgung in kleinen Orten. Oft sind sie aber noch viel mehr als „nur“ zum Einkaufen da – sie sind Treffpunkte für die Bevölkerung und dienen als Orte, um sich auszutauschen. Auch das Kaufhaus Lex in Mitterpullendorf ist so ein Treffpunkt. Dort wurden nicht nur Wurst, Tee, Schuhe oder Badebekleidung verkauft, es wurden auch Feste gefeiert, Karten gespielt oder auf Geburtstage angestoßen. Auch der Austausch – umgangssprachlich „tratschen“ genannt – kam nicht zu kurz.

Und wenn im Gemischtwarenladen wenig los war, reparierte Franz Lex nebenan kaputte Rasenmäher. Doch nach mehr als 100 Jahren schließt das Traditions-Kaufhaus in Mitterpullendorf seine Pforten. Der Inhaber führt das Kaufhaus in vierter Generation. 1895 hat es sein Urgroßvater eröffnet, 1955 haben es seine Eltern erweitert. Und auch die Stammkundschaft, die auch bis zum Schluss treu war, ist längst zur großen Familie geworden.

Am 31. August ist endgültig Laden-Schluss im Kaufhaus Lex. Und dann wird man in Mitterpullendorf leider nicht mehr sagen können: „Der kleine Lex hat alles!“