Viel Verantwortung, (oft) wenig Respekt. Michaela Grabner über die umfassende Aufgabe eines Bürgermeisters.

Von Michaela Grabner. Erstellt am 11. Januar 2017 (09:06)

Bürgermeister zu sein, hat nur wenig damit zu tun, hinter einem repräsentativen Schreibtisch zu thronen, rote Bänder durchzuschneiden, nette Reden zu schwingen und am Monatsende ein nettes Sümmchen am Konto zu haben.

Bürgermeister sein bedeutet für jeden scheppernden Kanaldeckel, für jede defekte Straßenlampe verantwortlich zu sein. Es bedeutet auch unangenehme Entscheidungen wie die Schließung einer Schule, die Ablehnung eines Bauplans oder die Vergabe eines Jobs unter zwanzig Bewerben treffen zu müssen.

Es bedeutet, aus Gründen der Wirtschaftlichkeit, auch unpopuläre Maßnahmen wie die Erhöhung von Gebühren durchsetzen zu müssen. Es bedeutet ebenso dafür verantwortlich zu sein, dass die Spielgeräte am Spielplatz sicher sind wie, dass die Feuerwehren für den Ernstfall ausgerüstet sind. Und es bedeutet die Gemeindefinanzen mit Sorgfalt zu verwalten.

All das macht es nicht leichter, künftig noch jemanden zu finden, der die hohe Verantwortung eines Ortschefs auf sich nimmt. Und bei aller Kritik, die je nach Fall durchaus berechtigt sein kann, verdienen sich all jene, die sich täglich dieser Aufgabe stellen, zumindest Respekt.