Wahlkampf treibt es bunt. Michaela Grabner über eine nicht alltägliche Konstellation bei der Wahl in Mannersdorf.

Von Michaela Grabner. Erstellt am 15. Juni 2017 (05:00)

Als am Tag genau ein Jahr vor der Gemeinderatswahl, nämlich am 1. Oktober 2016, Herbert Schedl zum Ortsvorsteher von Mannersdorf ernannt wurde, kam das für viele doch überraschend.

Denn das Recht zur Ernennung der Ortsvorsteher hat der Bürgermeister. Und der ist in Mannersdorf mit Johann Schedl ein SPÖ-ler, während Herbert Schedl für die ÖVP im Gemeinderat sitzt. Nun überrascht man ein zweites Mal.

Denn ÖVP-Gemeinderat Herbert Schedl, der für die ÖVP auch schon Vizebürgermeister in der Großgemeinde Mannersdorf gewesen ist, wird im heurigen Herbst auf der Liste der SPÖ kandidieren. Er wolle weiter als Ortsvorsteher für den Ortsteil Mannersdorf arbeiten und sehe dies als einzige Möglichkeit, so seine Begründung.

Wenn nach der Wahl vor der Wahl ist, wie man es in der Politik gemeinhin formuliert, würde das in Mannersdorf bedeuten, dass es ungeachtet des nach dem 1. Oktober vorherrschenden Mandatsstandes auch in der kommenden Periode eine gute Zusammenarbeit auf sachlicher Ebene im Gemeinderat gibt. Denn das eine solche grundsätzlich bislang vorhanden gewesen sein muss, dafür ist die Ortsvorsteher-Bestellung vor einem Jahr der beste Beweis gewesen.