Die Stammtische nehmen Fahrt auf. Über die neuen Vorschläge zur Abwicklung der Reserve-Meisterschaften.

Von Dietmar Heger. Erstellt am 31. Mai 2020 (02:31)

Noch müssen sich Fußballteams nach dem Corona-Stillstand mit Trainings ohne Körperkontakt begnügen, doch die Diskussionsstammtische kommen bereits in Schwung. Aktuell poppt das Reserve-Thema wieder auf. Kein Wunder, der Spielermangel mancher Klubs hat sich durch die Zwangspause sogar verschärft.

Auf Initiative der SpG Lockenhaus-Rattersdorf und des USC Pilgersdorf, die unabhängig von einander ein Schreiben an den Verband richteten, flammt das heiße Thema der Amateurszene erneut auf. Beide Vorschläge zielen darauf ab, dass der Betrieb der Reserven in der aktuellen Form abgeschafft und durch eine zusätzliche 3. Klasse für „Zweierteams“ ersetzt wird.

Die Möglichkeit des Aufstiegs sowie mehr Zuschauerinteresse soll auch die Motivation der jetzigen Reservekicker steigern. Da ist wahrlich etwas dran.

Und doch könnte die „Professionalisierung“ der Reserven auch ein Problem werden. Die Zahl der verfügbaren Spieler könnte sich da und dort weiter verringern, weil man – mit Aufstiegsszenarien konfrontiert – schnell auch in einer 3. Klasse regelmäßig trainieren müsste.

Bislang brachten die Reserven aber vielerorts auch charmantes Hobby-Flair mit sich und im besten Fall Stammgäste für die dritte Halbzeit an der Kantine oder freiwillige Helfer beim Verein. Diesen Joker im gesamten Amateurfußball aufs Spiel zu setzen, wäre riskant – für die Breite.