Chefkoch im Schenkhaus in Deutschkreutz. Andreas Pfneisl liebt es, zu kochen. Seine kulinarische Kreativität kann er nicht nur privat, sondern auch in seinem Schenkhaus ausleben.

Von Kim Roznyak. Erstellt am 18. April 2019 (04:36)
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Chef(-koch) in der Küche und in den Weingärten. Andreas Pfneisl kocht leidenschaftlich gerne und kann sich 40 Tage im Jahr im eigenen Schenkhaus kulinarisch austoben. Das Schenkhaus ist wieder von 29. Mai bis 2. Juni geöffnet. Ansonsten ist er für die Weingärten vom Familienbetrieb verantwortlich.

Als kleines Kind fand Andreas Pfneisl den Kindergarten nicht so sympathisch, viel lieber war er mit seine Großeltern unterwegs. Beim Wein lesen oder Mähdrescher fahren, war der Deutschkreutzer schon immer gerne mit dabei. Schon in seiner Volksschulzeit wusste er, dass er einmal Bauer werden würde. „Einmal blieb ich für die Weinlese von der Schule zu Hause, ich war krank geschrieben. Auf einmal kam mein Direktor zu uns ins Weingut, um Wein für den Maturaball zu bestellen.

Er meinte damals zu meiner Mama und mir, dass wir in die Entschuldigung reinschreiben sollen ‚Aus familiären Gründen verhindert‘“, erinnert sich Pfneisl gerne zurück. Auch beim Bundesheer bekam Pfneisl eine Woche Sonderurlaub für die Weinlese. Im Jahr 2012 absolvierte Pfneisl seine erste Kellersaison mit seinem Bruder Patrick. Anschließend arbeitete er am Weingut Norton, welches Swarovski gehört, um Erfahrungen zu sammeln. Danach stieg er voll in den Familienbetrieb ein. Pfneisl ist für die Weingärten verantwortlich, die Landwirtschaft meistert er gemeinsam mit seiner Mama Monika. „Im Keller bin ich Springer“, schmunzelt Pfneisl.

Neben Weingärten Liebe zum Kochen entdeckt

Pfneisl sah schon immer gerne Leuten beim Kochen über die Schulter, so auch seiner Strehn-Oma. Während seiner Studienzeit in Wien — er ist studierter Önologe der Universität für Bodenkultur — entdeckte er mehr und mehr seine Leidenschaft für das Kochen. „Wir sind hin und wieder in Wien essen gegangen und wenn mir ein Gericht gefallen hat, habe ich es zu Hause probiert nach zu kochen“, schildert Pfneisl. Eine Martinifeier durfte für ihn als Burgenländer in Wien natürlich nicht fehlen. „Meine Oma musste mir im Vorhinein zeigen wie man Rotkraut macht, eine Gans brät und dann habe ich für meine Studienkollegen gekocht“, schildert Pfneisl.

Neben dem Weingut Strehn gibt es auch seit mittlerweile fünf Jahren ein Schenkhaus, welches von der Familie betrieben wird und von Pfneisl initiiert wurde. Das Gebäude hat für Pfneisl und seine Familie eine besondere Bedeutung. „Es ist der ehemalige Kuhstall und spätere Weinkeller unseres Opas. Diesen haben wir ausschließlich mit Naturmaterialien zeitgenössisch und reduziert umgebaut. Der Dachstuhl ist 500 Jahre alt und stammt vom ehemaligen Ballsaal des Deutschkreutzer Schlosses“, schildert Pfneisl. Neben Weinbergschnecken, Gazpacho und Delikatessen vom Schaf kamen auch schon Gänse-Maki auf den Teller. Die Ideen für die außergewöhnliche und vor allem saisonale Schenk’haus-Speisekarte kommen von der Leidenschaft, selbst gut zu essen und zu trinken. Auf Reisen und Ausflügen nehmen Pfneisl und seine beiden Geschwister Pia und Patrick viele Ideen mit.

„Wir probieren Schenkhaus-Klassiker moderner zu interpretieren“, so Pfneisl. Natürlich hilft die ganze Familie mit, wenn Schenkhaus-Betrieb ist. Zwischen sieben und acht Hauptspeisen sowie verschiedene Brote stehen auf der Speisekarte, natürlich darf der Deutschkreutzer Klassiker „Salzstangerl“ nicht fehlen. „Es ist für jeden etwas dabei“, so Pfneisl. Natürlich kocht Pfneisl auch privat sehr gerne. Ein Schweinsbraten ist für ihn ein Allzeitklassiker, aber sonst kommt in den Kochtopf, was Saison hat, da er auch selbst Gemüse anbaut. In den vergangenen Jahren hat das Weingut Strehn sehr viel Rosé-Wein produziert.

„Aus Rosé kann man einen super Wein machen und es ist ein spannendes Thema. Meine Schwester Pia hat ein großes Faible für rosa Elefanten und nach einem Brainstorming mit einem Kunden tauften wir unseren Rosé ‚Elefant im Porzellanladen‘“, so Pfneisl lächelnd. Die Hauptsorte des Weinguts ist natürlich Blaufränkisch, die gibt es in verschiedenen Ausbaustufen — angefangen vom Rosé Klassik bishin zu den Lagen-Blaufränkischen oder die Lagen-Reserve, wie zum Beispiel „Der rote Schotter“, welcher auch als Aushängeschild für das Weingut gilt.