Deutschkreutz: Gesellmann sagt Adieu. Die Funktion als Weinbauvereinsobmann legte Albert Gesellmann nieder. Im Vorstand bleibt er weiterhin.

Von Kim Roznyak. Erstellt am 13. März 2019 (07:08)
zVg
Sagt nach zehn Jahren „Adieu“. Weinbauvereinsobmann Albert Gesellmann legte am Sonntag seine Funktion nieder. Er bleibt weiterhin als Vorstandsmitglied im Verein tätig und will ein Gourmetfestival gemeinsam mit den Blaufränkischgemeinden realisieren.

Nach zehn Jahren legte Weinbauvereinsobmann Albert Gesellmann seine Funktion nieder. Die BVZ sprach mit ihm über die vergangenen zehn Jahre.

zVg

 

BVZ: Warum haben Sie damals die Funktion des Weinbauvereinsobmannes übernommen?
Gesellmann: Nach langer Überredungskunst meines Vorgängers Walter Kirnbauer bin ich in seine großen Fußstapfen getreten. Zuvor war ich im Vorstand des Weinbauvereines tätig, jedoch in keiner führenden Position. Mein Ziel war es von Anfang an, dass ich für zwei Perioden den Obmann übernehme, da man einiges bewegen kann.

BVZ: Welche Ziele haben Sie sich vor zehn Jahren gesetzt bzw. welche wurden auch umgesetzt?
Die Ziele waren natürlich, dass man den Namen Deutschkreutz in Bezug auf Wein weiterhin in den Köpfen der Weinfreunde verankert und hinausträgt. Es ist uns mit dem Rotweinfestival, welches wir weitergeführt haben, auch sehr gelungen. Wir haben in den vergangenen zehn Jahren ständig Besuchersteigerungen erfahren dürfen und sind auf einem extrem hohen Niveau angelangt. Das Rotweinfestival im Mittelburgenland ist mit mehr als 10.000 Besuchern an vier Tagen eine der größten Weinveranstaltungen im gesamten Burgenland, was uns als Deutschkreutzer natürlich sehr stolz macht. Ich muss dazu sagen, dass die gesetzten Ziele nicht von mir alleine, sondern gemeinsam mit dem Vorstand des Weinbauvereins umgesetzt wurden. Hier möchte ich betonen, dass alle Vorstandsmitglieder ehrenamtlich mitarbeiten. Es ist auch sehr erfreulich zu sehen, dass die Besucher beim Tag der offenen Kellertür bei rund 30 Grad im Hof der Winzer sitzen und Rotwein trinken. Auch viele junge Leute nehmen das Rotweinfestival an und das ist eine der tollsten Bestätigungen, dass wir hier am richtigen Weg sind. Weiters wurde auf meine Initiative die Verwirrmethode gegen den Traubenwickler umgesetzt.

BVZ: Wie lange dauert die Vorbereitungszeit für das Rotweinfestival?

Gesellmann: Eigentlich beginnt die Vorbereitung bereits nach dem Rotweinfestival mit den ersten Nachbesprechungen. Anschließend laufen die Vorbereitungen im Hintergrund, wie zum Beispiel Werbung für Radio und Print, die Organisation der Musik, des Bummelzuges und des Tages der offenen Kellertür sowie behördliche Genehmigungen. Der Aufbau selbst startet einen Tag vor dem Rotweinfestival, hier arbeiten der Vorstand sowie die Aussteller sehr gut zusammen.

BVZ: Was waren Ihre persönlichen Highlights?
Es waren unter den vergangenen zehn Jahren, wenn man es rückblickend sieht, einige super Weinjahrgänge dabei. In Bezug auf Qualität bleiben mir die Jährgänge 2009, 2011, 2012, 2015 und 2017 positiv in Erinnerung. Natürlich gab es Herausforderungen von der Natur und davon waren die Jahrgänge 2010 und 2014 betroffen, wo man sehr intensiv im Weingarten arbeiten musste, um dementsprechende Qualität zu erreichen — das waren eindeutig die zwei schwierigsten Jahrgänge. Besonders negativ in Erinnerung bleiben wird sicherlich der Jahrgang 2016, wo wir in Deutschkreutz und in der gesamten Region sehr viel Menge verloren haben bzw. Ernteeinbuße aufgrund des Frostes hatten. Wir haben jedoch dem Frost, indem wir Strohballen anzündeten, entgegengewirkt. Diese Aktion wurde wieder nach einigen Jahrzehnten gemeinsam vom Weinbauverein Deutschkreutz durchgeführt und darauf bin ich sehr stolz. Ein weiteres Highlight für mich waren sicherlich die verschiedenen Festredner aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Weinbaupolitik sowie Weinbaujournalismus oder auch aus der künstlerischen Szene beim Rotweinfestival — hier waren einige großteils standfeste Redner dabei, die die ganzen Stände mit uns am Eröffnungstag besucht haben.

BVZ: Welche Veranstaltungen organisiert der Weinbauverein neben dem Rotweinfestival?
Wir haben im Jahr 2011 den Winzerball wieder belebt. Er hat sich als eine sehr traditionsreiche Veranstaltung im Dorfleben etabliert. Den Winzerball gab es schon einmal in den 70er-Jahren. Innerhalb des Weinbauvereins gibt es noch die Jungweinprobe für Weinbauvereinsmitglieder, damit haben wir nach meinem Antritt als Obmann gestartet, sowie die Weinweihe am 27. Dezember, die in Ehren gehalten wird.

BVZ: Gibt es ein Ziel als Vorstandsmitglied, welches in den kommenden Jahren von Ihnen realisiert werden soll?
Ich wollte unbedingt ein Gourmetfestival organisieren, dieses Ziel habe ich noch nicht aufgegeben. Geplant ist ein regionales Gourmetfestival gemeinsam mit den Blaufränkischgemeinden zu veranstalten.