Dieter Schmid steht in Deutschkreutz mit Rat zur Seite. 1993 übernahm Dieter Schmid die Apotheke „Zum heiligen Geist“ von seiner Mutter. Neben reisen ist sein Steckenpferd die Fotografie.

Von Kim Roznyak. Erstellt am 26. Juni 2019 (04:06)
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Apotheker mit Leib und Seele. Dieter Schmid führt seit September 1993 die Apotheke „Zum heilgen Geist“ in Deutschkreutz.

Seit September 1993 leitet Dieter Schmid die Apotheke „Zum heiligen Geist“ in Deutschkreutz. „Zuerst wollte ich Elektronik studieren. Da ich eine Ausbildung mit Fremdsprachen hatte, wurde mir an der TU Wien gesagt, dass ich für das Studium Darstellende Geometrie bräuchte. Diese Aussage hat mich bewogen, mich am Stand umzudrehen. Anschließend ging ich auf die Hauptuni Wien und inskribierte mich für Pharmazie. Es war die richtige Entscheidung, denn ich bin Apotheker mit Leib und Seele“, schildert Schmid.

Die Apotheke selbst ist seit 1965 in Familienbesitz. Schmids Mutter führte die Apotheke jahrelang und freute sich natürlich, dass sich ihr Sohn letztendlich für das Pharmazie-Studium entschied. „Sie war auch ein typischer Vollpharmazeut. Aber Pharmazie ist kein Beruf, den man lernt, sondern man muss auch ein Gespür dafür haben. Für mich sind das Schönste zwei Dinge. Zum einen, wenn mir jemand sagt: ‚Du bist mein Apotheker‘ und zum anderen, wenn man mit einfachen Mitteln viel erreichen kann. Der einfache Rat ist es oft, der es ausmacht, den Leuten zu helfen“, so Schmid.

"Pharmazie ist kein Beruf, den man lernt, sondern man muss auch ein Gespür dafür haben"

Der Job eines Apothekers ist es natürlich aber auch, Medikamente zu besorgen und an die Leute zu bringen. Bevor Schmid sein Studium abschließen konnte, musste er ein Aspirantenjahr machen. Dieses absolvierte er nicht zu Hause, sondern in einer der größten Apotheken Wiens. „Es war ein Riesen-Betrieb mit 50 Beschäftigten. Ich bin mir für keine Arbeit zu blöd gewesen, aber auch, weil es mich interessiert hat“, erinnert sich Schmid zurück. Anschließend kehrte er in den Familienbetrieb zurück.

In seiner Freizeit ist er gerne international auf Reisen unterwegs und sein Steckenpferd ist die Fotografie. Schon während seiner Schulzeit im Freifach Medienkunde entdeckte er für sich diese Leidenschaft. „Ich habe auch für Zeitungen Fotos gemacht und war oft am Mattersburger Sportplatz. Ich habe immer nachgefragt, wer die bessere Mannschaft ist, weil ich hoffte, dass es mehrere Tore gibt, da es für ein Torfoto Geld gab“, schmunzelt Schmid. Der Deutschkreutzer arbeitet heute noch semiprofessionell in der Fotografie. Gemeinsam mit dem internationalen Fotografen Manfred Baumann hält Schmid immer wieder Seminare. „Von ihm kann man viel lernen“, fügt Schmid hinzu. People- und Street-Fotografie liegen ihm besonders am Herzen.

Schmid war lange politischer Vertreter für die österreichischen Pharmaziestudenten. Aus diesen Kongressen heraus, die auf der ganzen Welt stattfanden, bildete sich auch privat eine Gruppe mit Personen aus den unterschiedlichsten Ländern der Erde, die sich sehr gut versteht.

„Daraus entwickelte sich eine lebenslange Freundschaft. Jedes Jahr organisiert ein anderer eine gemeinsame Reise. Heuer waren wir zum Beispiel in Israel und mittels Sozialer Medien können wir ständig in Kontakt bleiben“, so Schmid. Seine Frau lernte der Deutschkreutzer ebenfalls über die Studentenpolitik kennen.

„Meine Frau ist Ärztin. Einer meiner Ideen damals war, die Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Apothekern zu verbessern. Meine Frau war für die Medizinstudenten Studentenpolitikerin und ich Vertreter für die Apotheker. Wir hatten eine Podiumsdiskussion ‚Pro und contra Tierversuche‘. Sie war der Contra- und ich der Pro-Part und so haben wir uns kennen gelernt“, erinnert sich Schmid gerne zurück.

„Tu Gutes und sprich darüber“

Seit Juli 2016 ist Schmid auch Apothekerkammer-Präsident im Burgenland. Der Deutschkreutzer war schon immer ein grundpolitischer Mensch. „Mir war immer wichtig, nicht nur zu jammern, sondern auch zu gestalten“, so Schmid. Zu seinen Aufgaben zählen die Interessensvertretung, aber auch die Ausbildung der Jungaspiranten, Kontakte zu Stakeholdern und Politik pflegen sowie für die Mitglieder da sein und Image-Making. „Tu Gutes und sprich darüber“ ist unter anderem Schmids Motto. „Mein Job ist, ich muss für Apotheke trommeln“, so Schmid.