Ein Herz für Wein und Vierbeiner in Deutschkreutz. Nach dem Motto „Born to make wine“ blüht Lisa Kölly-Pfneisl voll in ihrer Rolle als Winzerin auf.

Von Kim Roznyak. Erstellt am 12. Juni 2019 (04:00)
Roznyak
Winzerin aus Leidenschaft. Lisa Kölly-Pfneisl schupft gemeinsam mit ihren Eltern das Weingut Pfneisl. Ihre Freizeit verbringt sie gerne mit ihren zwei- und vierbeinigen Weggefährten.

Über Umwege entdeckte Lisa Pfneisl-Kölly erst, dass ihre berufliche Zukunft in ihrem Familienbetrieb, dem Weingut Pfneisl, liegt. Von klein auf konnte sie das Winzerleben schon bei ihren Eltern Gerhard und Angelika, aber auch Großeltern miterleben. Jedoch stand die Liebe zu Tieren immer über allem. Und eigentlich wollte sie immer Tierärztin werden.

„Nach der Matura hatte ich zunächst keinen Plan. Ich überlegte, Önologie oder Medizin zu studieren, bin aber zum Glück nicht aufgenommen worden und begann schließlich auf der Vetmed und BOKU mit Pferdewissenschaften, weil das auch mein Hobby ist. Daneben habe ich in einem Hotel an der Rezeption gearbeitet“, so Kölly-Pfneisl.

Dann dachte sie sich „jetzt machst noch berufsbegleitend den BWL-Bachelor auf der FH Eisenstadt und wenn dir das gefällt, hängst den Master ,Internationales Weinmarketing‘ an“ — und genau so kam es dann auch. Bereits im November 2015 kam ihre erste Weinlinie „Offspring“ auf dem Markt. „Ich habe die Weine selbst kreiert und gekeltert und möchte damit eine neue Zielgruppe ansprechen“, schildert Kölly-Pfneisl.

„Ich habe die Weine selbst kreiert und gekeltert und möchte damit eine neue Zielgruppe ansprechen“

Es war ihr sehr wichtig, dass es eine nachhaltige, ökologische Linie wird. Das beginnt schon bei den Flaschen aus Altglas und dem Recyclingpapier. „Jeder Wein ist bei uns vegan und es soll auch ein Zeichen dafür sein, dass es ungeschönte Weine sind. Im Weingarten wird sehr reduziert gearbeitet, vor allem bei meiner Linie“, fügte Kölly- Pfneisl hinzu. Drei Jahre später durfte sich Kölly-Pfneisl über die erste große Auszeichnung, dem „Newcomer des Jahres-Titel (Goldene Traube)“ freuen.

„Dieser Titel ist für die Weinbranche ein gewaltiger Erfolg“, freut sich Kölly-Pfneisl. Die Weinverarbeitung fand schon immer im Stammhaus in Deutschkreutz statt, Weinliebhaber wurden jedoch meistens im Weingut in Kleinmutschen empfangen. Seit 2018 ist nun alles in Deutschkreutz vereint.

Erst vor Kurzem wurde das aufwändig renovierte Stammhaus der Winzerfamilie im Zentrum der Blaufränkischgemeinde offiziell eröffnet. „Jetzt ist alles in meiner Heimatgemeinde vereint. Deutschkreutz ist auf jeden Fall der mittelburgenländische Wein-Hotspot“, fügt Kölly-Pfneisl hinzu.

Freizeit mit zwei- und vierbeinigen Gefährten

Gemeinsam mit ihrem Vater Gerhard und ihrer Mutter Angelika schupft Kölly-Pfneisl nun das Weingut. Unterstützt wird sie aber auch von ihrem Ehemann Bernhard Kölly, der selbst eine Baufirma in Deutschkreutz führt, jedoch durch seine Ehefrau auch die Liebe zum Wein entdeckte. Den Tag startet die Winzerin mit einem ausgiebigen Spaziergang mit ihrer Hündin Nala.

„Mein Hobby reiten ist mir auch geblieben. Mit Hund und Pferd draußen zu sein, dafür nehme ich mir die Zeit. Sonst muss man sich schon sehr bemühen, Familie und Freunden gerecht zu werden“, so Kölly-Pfneisl, die jährlich mindestens 50 Tage im Jahr bei Messen oder Kunden großteils in Österreich unterwegs ist.

Die Deutschkreutzerin ist sehr patriotisch und trinkt gerne Weine von netten Winzerkollegen aus Österreich. In ihrer Weinsammlung befinden sich viele unterschiedliche edle Tropfen. „Ich habe auch Flaschen von Bernhards und meinen Geburtsjahrgängen und jetzt auch Flaschen aus unserem Hochzeitsjahr“, so Kölly-Pfneisl.

Diese Sammlung befindet sich unter anderem in der Schatzkammer im neuen Stammhaus, welche nun beim Rotweinopening im Juli präsentiert werden soll.