Karin Steinwendter: Powerfrau in der Gemeindestube

Als Amtsleiterin hat Karin Steinwendter für alle ein offenes Ohr. Privat findet man sie oft am Sportplatz.

Kim Roznyak
Kim Roznyak Erstellt am 08. Mai 2019 | 04:09
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Für alle in der Gemeinde da. Amtsleiterin Karin Steinwendter kümmert sich neben ihren vielseitigen Aufgaben im Gemeindeamt unter anderem auch um die vierbeinige First Lady des Gemeindeamtes Nici.
Foto: BVZ

Seit fast vierzehn Jahren arbeitet Karin Steinwendter nun schon am Gemeindeamt in Deutschkreutz. Im August 2005 fing sie als Vertragsbedienstete unter Oberamtsrat Stefan Schöller an. Vor über vier Jahren übernahm sie dann die Leitung des Gemeindeamtes.

„Es war eine Herausforderung für mich, als Kollegin zur Chefin zu werden. Die Anfangsphase war schwierig, das Delegieren und Verteilen der Aufgaben fiel mir anfangs schwer. Aber der ‚Rücken wird schon breiter‘ und ich versuche, den Kollegen zu übermitteln, dass gute erfolgreiche Arbeit nur dann gelingt, wenn alle an einem Strang ziehen und jeder jedem hilft. Die Aufgabenverteilung sollte dabei in den Hintergrund rücken“, schildert Steinwendter.

„Es war eine Herausforderung für mich, als Kollegin zur Chefin zu werden"

Insgesamt neun Personen inklusive Bürgermeister Manfred Kölly arbeiten direkt im Gemeindeamt zum Wohle der Bevölkerung. Amtsleiterin Steinwendter hat natürlich für jeden ein offenes Ohr. Jeder Arbeitstag beginnt für die Deutschkreutzerin mit einem Bürgermeistergespräch. Hier wird unter anderem besprochen, welche Aufgaben anfallen. Zu ihren Aufgaben als Amtsleiterin zählen die Verwaltung der Gemeinde, des Kindergartens, der Schulen, des Bauhofes und des Schwimmbades.

„Es ist insgesamt eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe, beschäftigen wir im Sommer doch rund 60 Personen. Das Aufgabengebiet ist wirklich sehr vielfältig, vom Straßenbau bis hin zur Hundeanmeldung, die Gestaltung der Gemeindezeitung, die Durchführung der Wahlen und vieles mehr, Führungspositionen sind nie einfach, man muss das richtige Gespür entwickeln können, daran arbeite ich noch“, so Steinwendter.

„Es ist eine wunderschöne Aufgabe, ein Paar in die Ehe zu geleiten"

Besonders gerne übt Steinwendter ihre Aufgabe als Standesbeamtin aus. „Es ist eine wunderschöne Aufgabe, ein Paar in die Ehe zu geleiten. Ich habe schon so viele verschiedene Charaktere kennengelernt und auch Doppelhochzeiten gemacht“, so Steinwendter. Am vergangenen Samstag stand ihre 127. Trauung am Programm. „Da die Braut so alt wie meine Tochter ist und auch mit ihr die Schulbank gedrückt hat, war diese Zeremonie auch für mich sehr emotional“, schildert Steinwendter.

An eine andere Trauung erinnert sie sich besonders gerne zurück: „Die Tochter einer meiner besten Freundinnen durfte ich im Jahr 2016 im Schloss Deutschkreutz verehelichen. Es war meine 100. Trauung, die ich nie vergessen werde“, freut sich Steinwendter.

Hundemama beruflich und privat

In Steinwendters Gemeindeamtsteam befindet sich auch eine vierbeinige Kollegin. Jeden Tag tritt Hündin Nici ihren Dienst um 7.15 Uhr im Gemeindeamt an. „Nici ist eigentlich ein Findelkind. Sie wurde bei der Grenze gefunden und Bürgermeister Kölly nahm sie auf. Und jetzt kommt sie jeden Tag mit aufs Gemeindeamt. Sie fühlt sich in den Amtsräumen pudelwohl und verrichtet ihre Geschäfte am liebsten mit mir. Nici ist aber nur teilzeitbeschäftigt, um halb 12 geht sie wieder nach Hause“, schmunzelt die Deutschkreutzerin.

Aber nicht nur im Gemeindeamt, sondern auch privat ist Steinwendter gerne Hundemama. „Am Vormittag bin ich für Nici und am Nachmittag für unsere Familienhündin Luna da. Ich bin ein sehr tierliebender Mensch“, so Steinwendter.

Für Steinwendter stehen Familie und Freunde an erster Stelle, sie ist gerne unter Menschen. Zu ihren Hobbys zählen Wein verkosten, Fotobücher gestalten, ein gutes Buch lesen, reisen und man sieht sie oft auf Fußballplätzen. Steinwendter war auch jahrelang Kassierin beim FC Deutschkreutz. „Ich war schon immer in irgendeiner Funktion im Sportverein ehrenamtlich tätig, insgesamt waren es sicher 25 Jahre. Diese Aufgabe habe ich sehr gerne ausgeübt, es war wie eine eigene Familie“, so Steinwendter. Mittlerweile genießt sie die Matches nur mehr als Zuseherin.

„Ich habe meine Wochenenden von klein auf nur am Sportplatz verbracht"

„Wenn ich Zeit habe fahre ich auf verschiedene Matches im Bezirk“, so Steinwendter. Schon als Kind war Steinwendter immer am Sportplatz, da ihr Papa selbst gespielt hat und Jugendtrainer war. „Ich habe meine Wochenenden von klein auf nur am Sportplatz verbracht. Wir sind mit dem Autobus quer durch das ganze Burgenland zu den verschiedensten Spielen gefahren.“

Neben ihrer Arbeit als Amtsleiterin wird Steinwendter in nächster Zeit auch privat nicht langweilig werden: Denn ihre Tochter zieht nach Mondsee, um dort Psychotherapie zu studieren und ihr Sohn möchte demnächst ein Eigenheim bauen. Im nächsten Monat darf Steinwendter einen runden Geburtstag feiern, der viel Vorbereitung bedarf.