Walter Kirnbauer erfüllte sich Traum vom Weingut. Walter Kirnbauer konnte sich durch viel harte Arbeit seinen Traum vom eigenen Weingut in Deutschkreutz erfüllen.

Von Kim Roznyak. Erstellt am 03. April 2019 (03:44)
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Baute sein eigenes Weinimperium auf. Der Deutschkreutzer Winzer Walter Kirnbauer.
zVg

Winzer Walter Kirnbauer absolvierte die Handelsschule in Wien. Nach einem kurzen Ausflug bei einer Speditionsfirma, war er anschließend bei der Firma Schöller-Bleckmann tätig. Dort war er für die Versendung von Stahlrohren zuständig und Bereichsleiter für Spanien, England und Schweden. Nach Deutschkreutz zog es Kirnbauer zurück, als seine Frau Irmgard mit Sohn Markus schwanger war.

„In der Gemeinde war ein Job frei. Ich war 23 Jahre lang in der Buchhaltung sowie für sämtliche Projekte wie den Straßenbau, die Schulen und dergleichen zuständig. Ich musste sogar zwei Wochen lang Bademeister spielen, weil kein Student gefunden wurde. Ich habe alles gemacht, um Geld zu verdienen, damit ich mir meinen Traum vom Weingut erfüllen konnte“, so Kirnbauer. Vier Bürgermeister später, im Jahr 1998, kündigte Kirnbauer in der Gemeinde, um seinem Ziel, Winzer zu sein, näher zu kommen.

Mit 22 Jahren ersten Weingarten ausgepflanzt

Die Leidenschaft zum Weinbau hat Kirnbauer bereits von seinen Eltern mitbekommen. Als junger Bursch veredelte er seine ersten Reben selbst, damit er einen Weingarten auspflanzen konnte, denn Geld war keines vorhanden. 1975, also mit 22 Jahren, pflanzte Kirnbauer seinen ersten Weingarten aus. „Mit einem 1.750 Quadratmetern großen 80-jährigen Weingarten habe ich damals begonnen, diesen habe ich gerodet und Cabernet Sauvignon ausgepflanzt, der damals in Österreich verboten war. Durch eine Genehmigung der Landesregierung durfte ich es auspflanzen.

Ziel war, dass ich einen großen Rotwein wie den Bordeaux, mache und so ist ‚Das Phantom entstanden“, erinnert sich Kirnbauer gerne zurück. Das Phantom gibt es seit 1987 und Kirnbauer war der erste Winzer in Österreich mit einer Cuvée. Mit dieser Weinkreation wurde auch der Grundstein vom Weingut K+K Kirnbauer gelegt und eine Erfolgsgeschichte konnte starten. „Das Phantom ist unser Aushängeschild und ist der meistverkaufte Wein in unserem Betrieb“, erklärt der Winzer.

Von Jänner bis Mitte Feber kehrt im Weingut etwas Ruhe ein, anschließend geht es mit sämtlichen Präsentationen und Messen los, wo die neuen Jahrgänge schon vorgestellt werden. Bis Mitte August gibt es für Kirnbauer kaum eine Verschnaufpause. Neben den Präsentationen steht natürlich auch die Weingartenarbeit am Programm. „Ab dem 15. August beginnt für uns mindestens zwei Wochen lang die heilige Zeit. Denn da stehen Urlaub sowie das Warten auf die Ernte am Programm. Je später die Ernte beginnt, um so besser gefällt es uns, denn dann haben wir länger Urlaub“, schmunzelt Kirnbauer.

Die Weinernte im Weingut K+K Kirnbauer dauert meistens sechs Wochen. Großteils wird von Hand gelesen, ein kleiner Teil erfolgt seit dem Vorjahr mit Maschine. Sohn Markus stieg 2010 neben Kirnbauer als Weinmacher in den Betrieb ein und seit 2011 ist er allein verantwortlich für den Wein. „Ich mache weiterhin die Weingärten, den ganzen Maschinen-Fuhrpark sowie die Organisation der Arbeiter und die Präsentationen teilen sich Markus und ich auf“, so Kirnbauer. Die Wunschgröße von 43 Hektar, alles in Deutschkreutz, hat das Weingut bereits erreicht. Nach der sechswöchigen Ernte gehen die Präsentationen bis 23. Dezember weiter. Insgesamt werden 300.000 Flaschen im Weingut produziert.

Seit zwölf Jahren nun Verbandsobmann

Zwei Wochen nachdem Walter Kirnbauer nach 20 Jahren seine Funktion als Deutschkreutz’ Weinbauvereinsobmann zurückgelegt hatte, wurde er gebeten den Obmann vom Verband Blaufränkischland Mittelburgenland zu übernehmen. „Eigentlich wollte ich mich vom Weinbauverein zurückziehen, damit ich mich mehr auf meinen Betrieb konzentrieren kann.

Jedoch wurde ich von sämtlichen Winzerkollegen gebeten, den Verbandsobmann zu übernehmen“, schildert Kirnbauer. Seit zwölf Jahren zählen nun zu Kirnbauers Aufgaben das Mittelburgenland sowie sämtliche Ortschaften des Blaufränkischlandes zu bewerben. Der Verband Blaufränkisch Mittelburgenland zählt 180 Mitglieder und 62 Winzer, die DAC-Weine produzieren. Jährlich werden im Schnitt über eine Millionen Flaschen gefüllt.

„Die Spitze war 1,6 Millionen Flaschen vor fünf Jahren, aber durch die geringe Ernte im Jahrgang 2016 hat es sich reduziert“, so Kirnbauer.